Pull the pin

25 06 2008

For the last few days I’ve been dead tired which bothers me a lot because I’m normally a very outgoing person. Last week I was quite hyper and wound up… but now I’m lying in bed watching the days go by. What’s weird is that most of the time, the mind won’t let me fall asleep although the body craves for it. And it’s the same way at night. It doesn’t really matter when I go to bed, my eyes just won’t stay shut before midnight or later – and on the next morning they will fling open again at five o’clock.

Back in the days when I still had something like a creative drive, I wrote this song for a band that never came into existence… I guess it would have needed a lot of refinement or our band wouldn’t have lasted long. Anyway, here is one of the stanzas that I think fits what’s been going on lately.

When I lay down my head starts taking of
Spinnin’ round till I want to take it off
Vesicles they leak inside my brain
Pull the pin, if you can’t pin in my brain





From the blind alleys

18 06 2008

Gelöschter Eintrag.

Es handelte sich um nicht fiel mehr als eine nutzlose Aneinanderreihung von Phrasen; total kontraproduktiv. Denn die Aussage hätte sich auch in dem Satz zusammenfassen lassen „Es geht mir scheiße.” Oder besser gesagt ging. Also bis später, wenn ich wieder etwas einigermaßen sinnvolles zu sagen habe.





Fallen leaves in the night

16 06 2008

Ich hatte am Wochenende eine interessante Nacht.

Ich war in der Stadt mit zwei Freunden verabredet und um zu unserem Treffpunkt zu gelangen lag eine Bus-und U-Bahnreise vor mir. Als ich an der ersten Haltestelle wartete, sprach mich ein arabisch aussehender Mann an. Er konnte so gut wie kein deutsch und fast kein Englisch. Aber ich verstand, dass wir das gleiche Ziel hatten. Als der Bus kam versuchte ich ihm mitzuteilen, dass es der richtige war und so stieg er mit mir ein. Er diskutierte eine Weile mit dem Busfahrer, doch es war klar, dass der ihm den Weg nicht verständlich erklären konnte.

Als wir die Haltestelle an der U-Bahnstation erreichten, bedeutete ich dem Mann auch auszusteigen und mir zu folgen. Er wiederholte dabei immer wieder seinen Zielort, wahrscheinlich war er unsicher, ob ich überhaupt verstanden hatte wohin er wollte, oder ob er mir vertrauen konnte. In der U-Bahn saßen wir uns gegenüber und ich versuchte, irgendeine Art von Konversation zu machen. Ich erfuhr, dass er Iraner war. Die meiste Zeit nickten wir uns zu und lächelten höflich.

Als wir am Bahnhof ankamen hatte ich mein Ziel erreicht, doch er machte mir klar, dass seines in weiterer Ferne lag. Er zeigte mir eine Fahrkarte und deutete auf den Namen des Abfahrtbahnhofes; irgendein Ort den ich nicht kannte, aber wohl nicht in der Nähe. Wir gingen zu einem Fahrkartenautomaten, wie ich ihn selbst zum ersten mal sah, mit einem Touchscreen auf dem man den Namen des Zielortes eingeben konnte. Ich erledigte das für ihn, suchte aus den Geldscheinen, die er hervorholte den passenden heraus und präsentierte ihm das Ticket, das ihn bringen würde wohin er wollte, vielleicht hatte er dort Verwandte, Familie, keine Ahnung.

Ich begleitete ihn noch zum richtigen Gleiß und fragte den dortigen Schaffner ob es auch wirklich das richtige sei, denn ich gehöre zu den Leuten, die denken sie sind richtig und dann nach fünf Minuten Fahrt merken, dass sei im falschen Zug/Bus/U-Bahn sitzen. Deswegen wollte ich ganz sicher gehen, dass wir uns diesmal am richtigen der unzähligen Gleiße des gigantischen Bahnhofs befanden.

Ich versuchte ihm zu sagen, dass er hier warten müsse, und dass sein Zug bald eintreffen würde. Als er mir auf die Schulter klopfte, wir uns sogar umarmten, wusste ich, dass er verstanden hatte. Dann ging ich die Treppen hinunter um meine Freunde zu treffen, und er war weg. Ich hoffe, dass er sein Ziel erreicht hat.

Später erzählte ich meinen Freunden (oder besser Bekannten) eine Kurzfassung der Geschichte. Sie lachten und sahen mich herablassend an, als würden sie dies für eine weitere lächerliche Episode unter all den Peinlichkeiten halten, die sie schon mit mir erleben mussten.

Nachdem wir nicht in den Club kamen, in den sie wollten, weil das Eintrittsalter an Samstagen offenbar 21 betrug, war die Nacht für die beiden so ziemlich gelaufen. Gegen ein Uhr winkten sie mir aus dem Bus zu, der sie nach Hause brachte. Aber ich blieb. Ich weiß nicht ob die Leute, mit denen ich mich umgebe, einfach zu verpennt und träge sind, oder ob ich einfach zu schlaflos bin, als dass sie mit mir mithalten könnten. Auf jeden Fall wollte ich bleiben. In der Stadt, wo die Lichter niemals ausgehen, fühlte ich mich wohler als in dem Vorort, in dem um Mitternacht die Ampeln abgeschaltet werden.

Das Problem mit Leuten die man schon länger kennt ist, dass man mit ihnen kaum neue Wege gehen kann, zumindest nicht mit denen die ich kenne. Es sind immer die selben Clubs, die selben Bars. Meine Bekannten finden es unpassend, auf der Straße Leute anzusprechen. Aber nachdem sie weg waren hab ich auf die Art zumindest eine wirklich nette Bar entdeckt, in einer Kellerdisco mit ein paar Studenten einen drauf gemacht, Nummern ausgetauscht, zu Musik getanzt, die so alternativ war, dass mir keine Beschreibung einfällt. Hätte ich in dem Club, in den wir eigentlich vorhatten zu gehen so getanzt, wäre ich wahrscheinlich rausgeworfen worden. Dieser Keller war nicht durchgestylt und kühl, er war auch nicht groß, aber er war offen.

Als es anfing Tag zu werden begleitete ich noch ein irisch-stämmiges Pärchen nachhause. Dabei taten wir so als könnten wir kein deutsch.

Gegen 6 Uhr saß ich in einem kleinen Restaurant, das mir jemand empfohlen hatte. Dort wurde Frühstück serviert für die Schichtarbeiter, die Barkeeper und die Schlaflosen. Ich hätte nie gedacht, dass es einen Laden gibt der um die Zeit geöffnet hat. Es war sehr voll, aber man setzte sich dort einfach irgendwo dazu. So unterhielt ich mich mit einer Frau, etwa so alt wie meine Mutter, über Rockfestivals, während am Nebentisch einige Transvestiten unter Gelächter ihre Pommes Rotweiß aßen.

Dann machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof, um gegen 7:50 einen Zug nachhause zu erwischen. Unterwegs gabelte ich einen sehr betrunkenen Mann auf, der im Eingang einer Disco lag, die schon seit einiger Zeit geschlossen haben musste. Als ich ihn fragte ob alles in Ordnung sei kam er zu sich und schüttelte den Kopf. Ich wusste nicht genau was ich tun sollte. Auf jeden Fall wollte er keinen Krankenwagen. Stattdessen bat er mich, ihn in ein Taxi zu setzen. All das artikulierte er allein durch Nicken und Kopfschütteln. Er sprach die ganze Zeit kein Wort, weder als er sich auf meine Schulter stützte und wir im Zickzackkurs die Straße hinab torkelten, noch als der Fahrer des Taxis, das ich anhielt ihn fragte, wohin er wollte. Aber wir erfuhren seine Adresse schließlich, als er uns seinen Personalausweis zeigte. Als das Taxi um die Ecke bog kam ich mir vor wie der Retter der verlorenen Seelen. Er war immerhin schon der Zweite, dem ich in dieser Nacht geholfen hatte irgendwohin zu kommen. Ich hab es getan weil ich weiß wie es sich anfühlt allein und verlassen zu sein und sich sehnlich zu wünschen irgendjemand würde kommen und einen nach Hause bringen.





Manic Street Preacher

14 06 2008

Erstmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange auf Tauchstation gewesen bin. Ich könnte das jetzt meiner Krankheit in die Schuhe schieben und sagen meine Labilität oder mein instabiler Lebenswandel hätten mich vom Schreiben abgehalten - vielleicht etwas, aber vor allem war es Faulheit. Sorry folks.

Das Komische daran ist, dass ich ansonsten überhaupt nicht faul gewesen bin. Vielmehr bin ich in den letzten Wochen auf einer Welle geradezu frenetischer Energie geritten. Begonnen hat es etwa kurz vor meinem Abi. Zur der Zeit kam es mir sehr gelegen, dass ich jeden Tag ohne einen Wecker zu stellen gegen Fünf Uhr aufgewacht bin und dabei so fit war, dass ich den größten Teil meines täglichen Lernpensums vor dem Erwachen der familiären Hektik erledigen konnte. Auch eine Nacht ganz ohne Schlaf bremste mich kaum, nicht einmal zwei hintereinander. Auch wenn das eher durchtanzte als durchlernte Nächte waren. Tagsüber war ich beim Lernen dennoch so konzentriert wie der Kaffe den man normalerweise bräuchte um bei einem Durchschnitt von fünf Stunden Schlaf pro Nacht überhaupt noch etwas auf die Reihe zu kriegen. Ich hatte wirklich ein paar sehr produktive Wochen.

Mittlerweile ist von all der Energie fast nur noch ein Echo übrig, nur noch leere Konzentration ohne Kreativität. Der Stift fliegt nicht mehr über das Papier, stattdessen starre ich Ewigkeiten seine bebende Spitze an und lausche dem Gedankenkreisen in meinem Kopf. Ich denke diese „Phase”, was immer es auch war, geht zu Ende.

Die Frage die ins Auge springt ist doch „Sach ma, biste jetzt Borderline oder Bipolar?”

Zuerst will ich sagen, dass dieses Phänomen bei mir zum ersten mal aufgetreten ist, und dass Borderline als meine Diagnose weiterhin feststeht. Ein Verdacht auf bipolare Störung hat nie bestanden. Ich habe mich lange mit der bipolaren Störung beschäftigt, ohne zu vermuten, dass ich darunter leide. Ich weiß, dass Borderline und bipolare Störung selten oder nie zusammen auftreten. Wenn ich mir andererseits die DSM Diagnosekriterien für eine hypomanische Episode durchlese würde ich sagen ich habe die drei erforderlichen in den letzten Wochen erfüllt.

Als Auslöser käme meine Behandlung mit SSRIs in Frage, von denen bekannt ist, dass sie manische Episoden auslösen können. Allerdings nehme ich das Medikament schon seit langem, warum also sollte es jetzt passieren und nicht schon zu Beginn der Einnahme? Vor einiger Zeit hatte ich eine Dosissteigerung, vielleicht ist das eine Erklärung.

Aber vielleicht hatte ich auch einfach nur eine gute Phase. Möglicherweise bin ich aus einer Verkettung glücklicher Umstande heraus insgesamt gesehen einfach etwas motivierter und etwas stabiler. Ich will nicht sagen dass es in dieser Zeit nicht auch schlechte Tage gegeben hat.

Wer weiß, vielleicht durfte ich in den letzten Wochen erleben wie es sich anfühlt „normal” zu sein, auch wenn das sicher für jeden etwas anderes ist; oder einfach wie es sich anfühlt ein bisschen mehr so zu sein wie ich gern wäre. Aber so bin ich jetzt jedenfalls nicht mehr, denn ich fange ja schon wieder an krankhafte Ursachen hinter all dem zu vermuten. Ich bin es einfach so sehr gewohnt „krank” zu sein, dass alles Positive verdächtig ist.





Ohne Titel

4 06 2008

Ich hab mir selbst versprochen in nächster Zeit einen Eintrag zu machen, also hier ist er. Dieser Blog kommt mir nicht mehr so sinnvoll vor wie zu Beginn, deshalb fällt mir das Schreiben auch nicht besonders leicht.

Trotz meines hier schon wieder offenbar werdenden Mangels an Durchhaltevermögen ist es ein Wunder, dass ich nun ganz offiziell verkünden kann, dass ich mein Abi geschafft habe! Oh Gott, ich bin wirklich so froh deswegen. Mit 2,1 liegt der Schnitt auch weit über dem was ich mir zugetraut habe.

Jetzt wo ich diesen Meilenstein erreicht habe, sollte man doch meinen, dass die seichte Wasserfläche, die meine Gefühlswelt repräsentiert, etwas an Ruhe und Stabilität gewonnen hat. Doch das ist wahrscheinlich schon aus dem einfachen Grund nicht möglich, dass allen die sich täglich mit mir herumschlagen müssen langweilig werden würde, sollte ich endlich eine Art Seelenfrieden finden.

Es ist wirklich etwas blödes passiert. Ich glaube ich habe mich in eine meiner besten Freundinnen verliebt. Nur leider hat sie einen Freund. Sie und ich, wir haben die letzten Wochen so viel zeit zu zweit verbracht, dass ich gar nicht mehr daran dachte, dass sie in einer festen Beziehung lebt. Erst als wir dann letzte Woche unterwegs waren, sie mit ihrem Freund, ist mir aufgefallen, wie wahnsinnig Eifersüchtig ich auf ihn war. Ich glaube er hat da bemerkt und deswegen ununterbrochen an ihr rumgemacht, bis sie schon ganz genervt war.

Aber anscheinend macht er sie glücklich, und deswegen kann ich ihr auch nicht sagen, was ich empfinde. Das würde unsere Freundschaft und vielleicht auch ihre Beziehung zerstören. So selbstsüchtig bin nicht einmal ich. Ich möchte wirklich, dass sie glücklich ist, weil sie es verdient hat, weil sie etwas besonderes ist.  





I’m alive

29 05 2008

Ja ich bin noch hier.  Und ich bin total happy, weil ich es jetzt tatsächlich geschafft habe alle vier Abiturprüfungen hinter mich zu bringen. Die Ergebnisse bekomme ich zwar erst nächste Woche, aber ich bin der Meinung, dass es im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut gelaufen ist. Mann, das ist der Wahnsinn. Wenn ich jetzt bestanden habe dann bin ich FREI. Endlich muss ich dann nie wieder einen Fuß in diese Müllhalde von Schule setzen. 13 Jahre habe ich mir das gewünscht und jetzt ist es endlich so weit. Ich kann es gar nicht so richtig fassen.

Jetzt wo ich bei ‚Beschäftigung‘ bald nicht mehr ‚Schüler‘ sondern ‚Arbeitslos‘ ankreuzen muss habe ich bestimmt auch wieder mehr Zeit die ich meinem verwaisten Blog widmen kann.

Also stay tuned





Downhill

3 05 2008

Letzte Woche war wirklich seltsam. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich jeden Morgen kurz nach Fünf aufwache. Dabei ist es eigentlich egal wann ich am Vorabend einschlafe. Aber ich bin eigentlich nicht wirklich müde. Lange Zeit habe ich mich ja über allgemeine Müdigkeit wegen der Antidepressiva beklagt… das Problem habe ich zur Zeit zumindest nicht. Ich habe auch keine Ahnung, woher die Schlaflosigkeit kommt - vielleicht macht es einigen Arealen meines Gehirns Spaß, ab und zu mal auszufallen.

Außerdem habe ich jetzt den schriftlichen Teil meines Abis hinter mir, worüber ich echt froh bin. Es hat sich mal wieder gezeigt, dass ich mir im Vorfeld zu viel Stress gemacht habe. Aber es hat ja auch jeder immer gesagt „oh Gott Abi, da muss man ja den ganzen Tag lernen!” Absolut übertrieben… die eine Prüfung hätte ich wahrscheinlich auch geschafft ohne überhaupt etwas zu lernen. Dazu war ich noch an allen drei Tagen mindestens eine Stunde früher fertig und hatte also jede Menge Zeit alles noch mal genau durchzugehen. Also ich denke die Chancen stehen ganz gut, dass ich vielleicht doch über 4,0 komme.

Wenn ich mir so meinen Blog ansehe, dann fällt mir meine Tendenz auf konkrete Anekdoten aus meinem Leben zu vermeiden und eher allgemeine Gedanken aufzuschreiben. Eigentlich wollte ich es andersherum machen. Ich denke mir auch oft „ja, darüber muss ich unbedingt schreiben,” aber wenn ich es dann versuche ist mein Kopf leer. Vielleicht liegt es daran, dass für mich alles nur von Bedeutung ist, solange es anhält. Worauf kommt es an bei den Dingen, die man erlebt? Ich denke auf das, was man dabei fühlt. Vor ein paar Tagen habe ich zum Beispiel versucht, über diese Nacht letztes Wochenende zu schreiben. In dieser Nacht war ich der Meinung, es wäre eine der schlimmsten meines Lebens gewesen; als ich darüber schreiben wollte, das Gefühl transportieren wollte, war da aber nichts mehr. Alles was ich hätte tun können, war unbeholfen zu beschreiben, wie in einem Bericht, irgendwie teilnahmslos. Gefühle bleiben einfach nicht bei mir. Wenn überhaupt müsste ich darüber schreiben, solange ich sie noch wahrnehme, aber dann bin ich entweder bei guten zu überdreht und bei schlechten zu niedergeschlagen um mich mit dem Blog zu beschäftigen. Vielleicht kenne ich deswegen keine anderen Borderline-Blogs… sie wurden aufgegeben, weil es schwierig ist, etwas aufs Papier zu bringen, was sich im eigenen Kopf schon weigert, irgendeine erfassbare Form anzunehmen.

Und damit hätten wir wieder einen Beitrag mit allgemeinen Gedanken…





Fade Into You

25 04 2008

Hey,

hab lange nicht gepostet, schön dass ihr oder bessergesagt du noch herkommst (du weist wer gemeint ist, die einzige Leserin dieses Blogs).

Nun, ich habs geschafft meine erste schriftliche Prüfung hinter mich zu bringen. War lange nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Die Fragen waren nicht übermäßig kompliziert, die Vorbereitung auch nicht so stressig. Das einzige, was die Sache von einer normalen Schulaufgabe abgehoben hat, waren die pingeligen Bestimmungen: uns wurde eingeschärft, Turnschuhe mitzubringen - da man die Turnhalle, in der die Prüfung stattfand ja nur in Hallenschuhen betreten darf… und das von einem Schuldirektor, der schreit „you’re fucking brilliant,” wenn man im Unterricht etwas richtiges sagt.

Soweit es den Teil meines Lebens angeht, der am Tageslicht stattfindet läuft also alles ganz gut. Etwas anderes sind die Nächte. Es hat schon immer eine eigenartige Beziehung zwischen mir und dem Schlaf bestanden. Ich glaube die erste erwähnenswerte Phase von Insomnie hatte ich zu beginn des Gymnasiums. Und jetzt hab ich wieder eine. Keine sehr schlimme, meine Hände zittern kaum und ich kann auch noch einigermaßen scharf sehen. Aber seit etwa einer Woche habe ich keine Nacht länger als vier oder fünf Stunden geschlafen. Trotzdem ist da kaum ein Gefühl von Müdigkeit. Ich fühle mich abends nicht müde, wenn ich trotzdem versuche zu schlafen, dann liege ich bis ein Uhr wach. Es ist nicht, dass ich besonders besorgt wäre, oder über irgendetwas nachgrüble… meine Augen bleiben einfach nicht zu. Ich liege wach und langweile mich nur. Und wenn ich einschlafe wache ich am nächsten Morgen um fünf auf. Einfach so. Ich hab ja keinen Unterricht mehr, das heißt ich könnte ausschlafen. Aber jetzt habe ich jeden Morgen massig Zeit, meiner kleinen Schwester Frühstück zu machen, wenn sie für die Schule aufsteht.

Andererseits hab ich so auch mehr Zeit um Bücher zu lesen, oder das Frühstücksfernsehen zu verfolgen (man denkt Frühstücksfernsehen ist totaler Schund, aber ich habe daraus in den letzten Tagen etwas über Einstein, Planck und Foucault gelernt… mist, warum bin ich eigentlich je in die Schule gegangen; jeden Morgen fernzusehen hätte gereicht).

Solange die Schlaflosigkeit auf diesem Niveau bleibt und sich nicht auf das Maß verschlimmert, das ich früher schon erlebt habe, als es vorkam, dass ich mich wie in Watte eingewickelt fühlte und ab und zu plötzlich meine Hände eingeschlafen sind… solange das nicht wieder passiert ist die Sache vielleicht gar nicht so schlimm.

Einen Großteil der vielen Stunden, die ich in letzter Zeit wach verbracht habe, verbrachte ich mit einem Song, entweder ich hörte ihn auf meinem mp3 Player oder er wiederholte sich in meinem Kopf; es ist Fade Into You, von Mazzy Star. Ich habe diese wunderbare Band durch „Unschuldig”, diese neue Fernsehserie entdeckt. Ich hab mir die CD gekauft und die ganze Musik ist irgendwie so traumartig und federleicht; die Stimme der Sängerin nimmt einen an der Hand und man schwebt in den Nachthimmel, man ist schwerelos und verliert sich einfach in der unglaublichen Weite der Musik… so etwa fühlt es sich an. Nein, ich bin nicht auf LSD.

Im Internet steht, dass diese Art von Musik einer eigenen Stilrichtung namens „Dream Pop” angehört. Ich brauche unbedingt mehr davon.

Das ist der Text von Fade Into You:

I want to hold a hand inside you
I want to take a breath that’s true
I look to you and I see nothing
I look to you to see the truth
You live your life
You go in shadows
You’ll come apart and you’ll go blind
Some kind of light into your darkness
Colours your eyes with what’s not there.

Fade into you
Strange you never knew
Fade into you
I think it’s strange you never knew

A stranger’s light comes on slowly
A stranger’s heart without a home
You put your hands into your head
And then smiles cover your heart

Fade into you
Strange you never knew
Fade into you
I think it’s strange you never knew

Fade into you
Strange you never knew
Fade into you
I think it’s strange you never knew

I think it’s strange you never knew

Und hier das geniale Video:





Depression

18 04 2008

Eine meiner Lieblingsautorinnen, oder ich sollte eher sagen eine meiner persönlichen Göttinnen, ist Elizabeth Wurtzel. Sie ist die Ikone schlechthin des verrückten Genies, der labilen Künstlerin, so much more literate than I could ever dream to be.

Ich behaupte gern, dass sie und ich im Leben auf ähnliche Schwierigkeiten gestoßen sind: Einsamkeit, Depression, Angst, Drogen, Mitglieder des anderen Geschlechts…

Aber eigentlich stimmt das nicht. Folgendes schreibt sie in Prozac Nation über Depression:

“…but depression is not a sudden disaster. It’s more like a cancer. At first its tumorous mass is not even noticeable to the careful eye, and then one day -wham!- there is a huge, deadly seven-pound lump lodged in your brain or your stomach or your shoulder blade, and this thing that your own body has produced is actually trying to kill you.”

Dass wir ähnliche Probleme haben stimmt deswegen nicht, weil es sich für mich immer ganz anders angefühlt hat. Vielleicht liegt es daran, dass das, was wir Borderliner erleben, ja gar keine Depressionen sind, sondern nur

“…intense episodic dysphoria, irritability, or anxiety usually lasting a few hours and only rarely more than a few days.”

Also sagen wir nicht Depression sondern Dysphorie. Es fühlt sich nicht an, wie ein schwarzer Schleier, der sich langsam auf einen selbst und die Welt herabsenkt bis man sich an nichts mehr erfreuen kann. Es ist mehr ein tonnenschwerer Felsbrocken, der auf einen herabstürzt. Es mag sein, dass es nur eine begrenzte Zeit anhält, wenn ich mich schlecht fühle, aber es bereitet mir körperliche Schmerzen; es ist als würde alles andere nicht existieren, hätte nie existiert, wird nie wieder existieren; nur noch dieses Gefühl - unendlich tief, alles erstickend, unbegreiflich.

Es kommt, reißt einem das Herz raus und verschwindet wieder. Dagegen hilft einfach nichts - so plötzlich und überwältigend, dass es sich jeder näheren Beobachtung, die vielleicht zu einer Art Verständnis führen würde, entzieht - so gewaltig, dass man alles tun würde, damit es aufhört. Und dann benimmt man sich, wie alle es von einem erwarten: wie ein Geisteskranker.





Crying at the discotheque

13 04 2008

Discotheken sind eigenartige Orte. Geschaffen einzig und allein zum dem Zweck Kulissen für soziale Interaktion zu bieten, können sie doch die einsamsten Orte sein, die man sich vorstellen kann. Zu beginn schlagen einem die laute Musik und die hellen Lichter wie Flutwellen entgegen, in denen man sich zusammen mit den Menschenmassen treiben lässt. Doch irgendwann, wenn man sein übliches Programm durchgezogen hat, wenn man bemerkt dass das hübsche Mädchen auf das man grade zugehen wollte mit ihrem Freund da ist, wenn man sich nach einer Runde tanzen eine Weile hinsetzt - dann bemerkt man, dass man es nicht geschafft hat seine Probleme an der Tür abzugeben. Man wird vorwärts getrieben von einer schlaflosen Energie, und wo immer man hingeht blickt man in lehre Gesichter und teilnahmslose Augen. Dann ist das audiovisuelle Feuerwerk zu einer unsichtbaren Barriere geworden, als wäre jeder isoliert in seiner eigenen, schalldichten Kabine. Mann kann nicht wirklich miteinander Reden, man kann sich nicht ansehen, alles geht im Bassgewitter unter. Und dann ist man allein, allein in einem Raum voller Menschen.