Koreanischer Pop

27 03 2008

Letzte Nacht war ich aus. Zur Abwechslung. Eigentlich hatte ich nicht wirklich Lust. Da gibt es doch dieses Lied „…du bist immer dann am besten, wenn’s dir eigentlich egal ist…“ oder so ähnlich. Auf gestern traf das irgendwie zu. Ich will nicht sagen, dass mir die Leute mit denen ich weg war egal gewesen wären. Die beiden gehören nur irgendwie nicht zu den ‚coolen’ Leuten, den Leuten zu denen ich gehören möchte, denen ich gefallen möchte. Sie sind so wie ich früher war: unangepasst, unbeliebt, unbemerkt; auf ihre Art eben. Damals waren das meine besten Freunde, wir waren die solidarischen Außenseiter. Eigentlich beeindruckend großherzig von ihnen, mich immer noch so aufzunehmen, nachdem mir eines Tages auffiel, dass diese ihre Art zu leben nicht die meine war; nachdem ich ihnen gewissermaßen zu verstehen gegeben habe, dass ich sie als looser betrachtete und nicht mehr so wie sie sein wollte. Nach all dem sind sie gestern mit mir ausgegangen, anstatt mich links liegen zu lassen.

Ich hatte erwartet, dass der Abend nicht befriedigend sein würde. Aber dann war es einfach unschuldiges, lockeres, nüchternes sich amüsieren. Wir waren in einer winzigen Kellerdisco, hörten eine Band die ihre Musik als eine Mischung aus „koreanischem Pop, Tango und Trash“ bezeichneten – und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es richtig war. Ich meine, diese beiden Jungs, die für die Meisten nur als eigenartige Außenseiter gelten, sind in gewisser Weise lockerer, offener und zugänglicher als all die Sunnyboys und Schönheitsköniginnen die ich kenne. Diese beiden haben kein aufgesetztes „live fast, die young“ gehabe, keine unterschwelligen Machtspiele nötig. Das macht sie freier als mich und all die anderen eingebildeten Idioten die viel zu sehr auf ihre coolness bedacht sind um sich wirklich auf andere Menschen einzulassen.

Und so hatten wir einfach einen netten Abend. Und als ich nach hause kam fühlte ich mich OK; nicht abgestoßen, nicht falsch, nicht wie ein Lügner… sondern OK.





Ich hab aufgeräumt!

24 03 2008

Wie wahrscheinlich niemand bemerkt hat, habe ich die meisten meiner bisherigen Posts gelöscht. Beim Überfliegen fiel mir auf, dass mir der Ton nicht mehr gefiel. Sie waren irgendwie nicht authentisch, zwar schon das was ich gefühlt habe, aber sie enthielten weniger das, was ich in den beschriebenen Situationen fühlte, als vielmehr das, was zum Zeitpunkt des Schreibens in mir vorging. Ich habe da versucht mehr von mir rein zustecken als ich zur Verfügung hatte. So waren die Posts einfach irgendwie… keine Ahnung, irgendwie Blah.

Ich habe so negativ geschrieben, weil ich dachte das würde auf die beschriebenen Situationen passen. Aber eigentlich sollte dieser Blog nicht nur ein Journal der Schattentage werden. Ab jetzt werde ich versuchen, den schreiberischen Kopf nicht ganz so hängen zu lassen.

Gute Nacht.





Self-harm

21 03 2008

Since nobody real reads this blog and I know my imaginary readers won’t mind, I thought I’d just switch languages and deliver today’s issue of pointless posts in the English original, although I’m sure it’s full of mistakes. I wrote this to an English language forum a while ago. A lot has happened since then to make my relationship to self-harm much more complex than it used to be. For example, on several recent occasions have people screwed the promise out of me to stop cutting entirely, including my therapist, the doctors upon my discharge from the mental hospital, my mother….

It hadn’t been until a few weeks ago that anybody really found out that I cut. Let’s say a hospitalisation can raise a lot of dust. However, I have kept my promise since then not to do it.

Anyway, this is how I used to feel about self-harm. And its times like this when I’m really low that I start to miss it.

I cut myself last night. It has been the first time in, I don’t know, a year maybe. The idea just leapt to my mind and the notion felt totally familiar, as if I had never stopped. I took a new razorblade from the package and freed it from the envelope. A sterile best friend from a box, untouched by another human hand, always there when you needed it. Cutting never became a daily routine for me, but in the time I was doing it regularly, this shiny piece of steel meant more to me than anything anybody said or did in an attempt to make me feel better; no matter how weird and twisted it may sound.

Ms. Sharp and I were solving problems our way. And if solving means pushing them away for a while, we were at least as successful as those morons who called themselves therapists. Back then I was a minor and mum wouldn’t allow me to be put on medication. She always accused me of „overacting“ anyway. The peculiar thing is, I never mentioned self harm in behavioural therapy.

Now I have a brand-new six centimetre cut on my left thigh. And it felt as releasing as ever, giving you a reprieve to sit back and let go for a moment. I placed it right next to the old scars, so in a way I’m continuing where I stopped.

I don’t know why I did it yesterday of all days. Three days ago my dose of Citalopram was raised to 60mg and that means I’ve arrived at the suggested maximum dosage for this medication. I don’t mean to say that it doesn’t work, I felt awesome for a while; more than awesome even. But I’ve had the feeling recently that things were going downhill again and that’s why my psych adjusted the dosage.
Actually I’m pleasantly surprised by the lack of physical side effects I seem to experience. Thus far, I’ve not become fat and impotent. Maybe those 60mg are going to patch up some of the remaining cracks in my mind for the time being.
Since it is normal to experience a worsening of one’s condition in the time following a dosage increase, I think that’s why I felt so fucked up yesterday. I guess I’ll be better by tomorrow, and if not then by next week… or so I hope.





Out of patience?

18 03 2008

Irgendetwas läuft hier total falsch. Am Anfang war ich ziemlich enthusiastisch was die Behandlung meiner Störungen anging. Ich dachte jetzt kann es nur noch besser werden.Aber jetzt, einige Monate später, fühle ich mich eigentlich noch kein bisschen besser oder stabiler oder mehr bereit für die Herausforderungen des Lebens. Vielleicht sogar weniger.

Ok, ich nehme jetzt Medikamente; einen SSRI. Anfangs war ich mir sicher es würde mir dadurch besser gehen, kein Zweifel. Zugegeben, als ich damit anfing hatte ich wirklich eine Depression die ewig angehalten hatte. Die habe ich jetzt nicht mehr also sollte ich mich wohl nicht beschweren. Dafür bin ich jetzt tagsüber müde. Und die Stimmungsschwankungen sind so massiv wie eh und je. Ich meine, ich bin vielleicht nicht mehr depressiv, aber trotzdem werde ich im Rahmen meiner instabilen Stimmungen kurzfristig immer noch genauso deprimiert wie früher.

Heute habe ich meine Psychiaterin darum gebeten mir andere Medis zu geben, ich hatte auch schon ziemlich genaue Vorstellungen was ich haben wollte, aber sie sagte nur ich solle die Dosis von dem erhöhen was ich schon habe und wir könnten erst wechseln wenn ich bei der Maximaldosis sei. Toll. Das heißt wieder eine Ewigkeit auf irgendeine Wirkung warten die dann nicht eintreten wird.

Zudem mache ich jetzt Verhaltenstherapie. Das ist totaler Schwachsinn. Anfangs mochte ich meine Therapeutin wirklich, vielleicht zu sehr. Aber mittlerweile nervt sie mich nur noch. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie Ahnung von meinen Problemen hat. Alles was sie sagt, alles was sie mir rät hätte sich jeder Vollidiot auch selbst denken können. Hinzu kommt noch, dass sie sich wiederholt. Entweder ich bin wirklich ein hoffnungsloser Fall und sie ist schon mit ihrem Latein am Ende oder sie ist einfach nicht die Richtige. Wahrscheinlich beides.

Und das Schlimme, dass was mich so wahnsinnig fertig macht, ist dass all das wieder auf eine Sache hinausläuft:
„HABEN SIE GEDULD“
Ich kann diesen Satz nicht mehr hören! Alles soll irgendwann mal besser werden. Irgendwann? Irgendwann sind wir alle tot. Aber was, was verdammt noch mal macht man bis dahin, bis es dann endlich besser wird? Was macht man wenn man die schlechten Gefühle jetzt einfach nicht aushält? Denn jetzt geht es mir schlecht; jetzt, jetzt, nicht irgendwann.





Hallo erstmal

18 03 2008

Guten Tag geneigter Leser, ich verneige mich in Dankbarkeit, dass sie meinen bescheidenen Blog besuchen.
Wie viele Blogs gibt es auf wordpress? Und auf der Welt? Wahrscheinlich mehrere Millionen. Jetzt gibt es bestimmt Leute die Fragen „warum muss dieser Depp jetzt auch noch einen anfangen? „ Ganz ehrlich – ich frage mich das auch.

Aber man sagt doch immer es hilft, seine Probleme aufzuschreiben. Und das möchte ich hier tun. Ich würde mich auch über Kommentare mit euren Standpunkten freuen, denn es ist gute die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.