Crying at the discotheque

13 04 2008

Discotheken sind eigenartige Orte. Geschaffen einzig und allein zum dem Zweck Kulissen für soziale Interaktion zu bieten, können sie doch die einsamsten Orte sein, die man sich vorstellen kann. Zu beginn schlagen einem die laute Musik und die hellen Lichter wie Flutwellen entgegen, in denen man sich zusammen mit den Menschenmassen treiben lässt. Doch irgendwann, wenn man sein übliches Programm durchgezogen hat, wenn man bemerkt dass das hübsche Mädchen auf das man grade zugehen wollte mit ihrem Freund da ist, wenn man sich nach einer Runde tanzen eine Weile hinsetzt – dann bemerkt man, dass man es nicht geschafft hat seine Probleme an der Tür abzugeben. Man wird vorwärts getrieben von einer schlaflosen Energie, und wo immer man hingeht blickt man in lehre Gesichter und teilnahmslose Augen. Dann ist das audiovisuelle Feuerwerk zu einer unsichtbaren Barriere geworden, als wäre jeder isoliert in seiner eigenen, schalldichten Kabine. Mann kann nicht wirklich miteinander Reden, man kann sich nicht ansehen, alles geht im Bassgewitter unter. Und dann ist man allein, allein in einem Raum voller Menschen.