Depression

18 04 2008

Eine meiner Lieblingsautorinnen, oder ich sollte eher sagen eine meiner persönlichen Göttinnen, ist Elizabeth Wurtzel. Sie ist die Ikone schlechthin des verrückten Genies, der labilen Künstlerin, so much more literate than I could ever dream to be.

Ich behaupte gern, dass sie und ich im Leben auf ähnliche Schwierigkeiten gestoßen sind: Einsamkeit, Depression, Angst, Drogen, Mitglieder des anderen Geschlechts…

Aber eigentlich stimmt das nicht. Folgendes schreibt sie in Prozac Nation über Depression:

„…but depression is not a sudden disaster. It’s more like a cancer. At first its tumorous mass is not even noticeable to the careful eye, and then one day -wham!- there is a huge, deadly seven-pound lump lodged in your brain or your stomach or your shoulder blade, and this thing that your own body has produced is actually trying to kill you.“

Dass wir ähnliche Probleme haben stimmt deswegen nicht, weil es sich für mich immer ganz anders angefühlt hat. Vielleicht liegt es daran, dass das, was wir Borderliner erleben, ja gar keine Depressionen sind, sondern nur

„…intense episodic dysphoria, irritability, or anxiety usually lasting a few hours and only rarely more than a few days.“

Also sagen wir nicht Depression sondern Dysphorie. Es fühlt sich nicht an, wie ein schwarzer Schleier, der sich langsam auf einen selbst und die Welt herabsenkt bis man sich an nichts mehr erfreuen kann. Es ist mehr ein tonnenschwerer Felsbrocken, der auf einen herabstürzt. Es mag sein, dass es nur eine begrenzte Zeit anhält, wenn ich mich schlecht fühle, aber es bereitet mir körperliche Schmerzen; es ist als würde alles andere nicht existieren, hätte nie existiert, wird nie wieder existieren; nur noch dieses Gefühl – unendlich tief, alles erstickend, unbegreiflich.

Es kommt, reißt einem das Herz raus und verschwindet wieder. Dagegen hilft einfach nichts - so plötzlich und überwältigend, dass es sich jeder näheren Beobachtung, die vielleicht zu einer Art Verständnis führen würde, entzieht – so gewaltig, dass man alles tun würde, damit es aufhört. Und dann benimmt man sich, wie alle es von einem erwarten: wie ein Geisteskranker.