Therapist killer

18 07 2008

I’ve been a shit patient again, recently. My last appointments with my various caretakers and babysitters were months ago. I don’t feel like seeing my psychiatrist, because all that she can do is prescribe pills and I’ve got enough of them already. I often keep empty tablet blister packs in my drawer out of pure laziness. When I clean it out then, even the transparent trash bags for plastic waste give away that this is the household of a mentally ill person.

Same goes for my therapist, or behavioral therapy in general. On and off, I’ve been in therapy since I was 15. Back then nobody had the idea that I might suffer from Borderline Personality Disorder.  BPD patients are often seen as „therapist killers“. Considering that I’m 19 and have worn out three counselors already, this might well be the case with me.

And even though my current therapist knows of my diagnosis, were heading for another discontinuation here. It’s just that I can’t get rid of the feeling that she never understood a word I said. I’m not even sure she remembers who I am on every new appointment. Hell, I probably could go see her and say that I’d become a practicing catholic who is happily married to the love of his live and has two children. All she’d have said would have been „Well done. I think were on the right path here.“

Damn it. Everybody keeps telling me that my illness is treatable. But It just doesn’t feel that way for me. Word is in medical literature that the symptoms of BPD start improving on their own once you’re in your 30s or 40s. Maybe I just have to do my best to hang on and try to last that long.





Doctor can’t you please prescribe me something…

16 07 2008

Ich hatte nie ein besonders großes Vertrauen in Ärzte. Die meisten, denen ich bisher begegnet bin, waren einfach nur aufgeblasene Idioten, die keine andere Meinung, als die eigene zuließen und glaubten, sie wüssten mehr über einen, als man selbst.

Ein perfektes Beispiel für so jemanden war mein erster Psychiater. Der war so verdammt professionell, dass ich es in all der Zeit nicht geschafft hatte, ihm ein einziges Lächeln zu entlocken. Ich will nicht sagen, dass man Patch Adams sein muss, um ein guter Arzt zu sein. Aber wie soll man als PSYCHIATER die Gefühle anderer Menschen verstehen, wenn man die eigenen schon nicht zulässt? Auf jeden Fall war der Ärger zwischen uns vorprogrammiert.

Mit 13 war ich das erste mal bei ihm. Ich denke ich war damals schon relativ schwierig und die Schule hat mich kein bisschen interessiert. Ich hab Streit mit meinen Mitschülern gesucht, keine Hausaufgaben gemacht und war total unangepasst. Alles deutete in die Richtung ADHS. Jeder war diesbezüglich voreingenommen, deshalb wurde ich auch zu diesem speziellen Arzt geschickt, weil er sich damit brüstete ein Speziallist auf diesem Gebiet zu sein. Nach der dritten Sitzung hatte ich folglich die Vorgesehene Diagnose und ein Rezept für Ritalin in der Tasche.

Ich möchte noch anmerken, dass ich keinesfalls zu den Leuten gehöre, die behaupten, ADHS sei keine zulässige Diagnose und Ritalin werde zu leichtfertig verschrieben und die Pharmaindustrie spiele mit der Gesundheit der Kinder und blah blah. Das ist meiner Meinung nach Scientology Gerede.

Damals habe ich mir nicht so viel aus der ganzen Sache gemacht. Es hat mir gefallen, dass ich mit den Medikamenten im Nachmittagsunterricht mit aufgerissenen Augen einen Film über das Paarungsverhalten der Flunder verfolgen konnte, während um mich herum schon alle wegdämmerten.

Doch irgendwann, als meine wahren Probleme immer differenzierter wurden und ich begann den Boden unter den Füßen zu verlieren, wurde klar, dass Ritalin die Sprünge in meiner Schüssel nicht kleben konnte. Mein Psychiater bekam davon nichts mit, weil alles was er tat war, meiner Mutter alle zwei Monate ein neues Rezept für mich auszustellen.

Nach der Trennung von meiner ersten richtigen Freundin war ich ein Wrack. Ich lag nachts wach und hatte das Gefühl einen Herzinfarkt zu haben. So tauchte ich eines Morgens, ohne Termin und ohne das Wissen meiner Mutter bei meinem Psychiater auf. Ich war zittrig und befürchtete wirklich, jeden Moment den Verstand zu verlieren. Gnädigerweise wurde ich vorgelassen, und erklärte ihm alle Details meiner Situation.

Er sagte darauf in etwa: „Das ist ganz eindeutig eine Nebenwirkung des Ritalins. Setze es sofort ab.“

Und ich: „Jetzt plötzlich, nach so langer Zeit? Ich fühle mich schon seit Monaten schlecht und nehme sowieso nur noch die halbe Dosis.“

„Wenn du es weiter nimmst, könnte das eine Psychose auslösen, und dann hast du wirklich Probleme.“

„Ok ok, ich setze es ab. Und was tun wir jetzt?“

„Warten, und dann wird es bald besser werden.“

„Aber ich weis nicht, wie ich morgen die Schule überstehen soll.“

„Da kann ich nichts machen.“

„Sie sind Arzt, gibt es nicht irgendetwas, was man da verschreibt?“

Ich glaube mit der Frage landete ich endgültig in seiner Kategorie „Drogensüchtige, die ihn mit erfundenen Geschichten dazu bringen wollen, Beruhigungsmittelrezepte rauszurücken.“

Natürlich wollte ich, dass er ein Beruhigungsmittelrezept rausrückt, aber konnte er nicht sehen, dass ich am Ende war? Er bot ein, mich einzuweisen. Ich saß eine Weile da, weil ich nicht wusste, was ich tun oder sagen sollte. Genervt schob er mich schließlich aus dem Zimmer und sagte er rufe meine Mutter an, ich solle im Wartezimmer warten. Ich sagte nichts.

Also ja, es kann verdammt schwierig sein adäquate Behandlung zu kriegen. Es kann sogar verletzend und deprimierend sein, wenn man genau weis, dass das Gegenüber keine Ahnung hat wovon man redet. Aber es gibt auch den Kieseln auch Diamanten. Und die Suche lohnt sich, auch wenn sie lange dauert. Ich habe jetzt eine Psychiaterin gefunden, die sich wirklich auf mich einlässt, meine Vorschläge anhört und sich bemüht. Darüber bin ich sehr froh.





Insignificance

15 07 2008

Ich habe das Gefühl, das hier wird ein mehr oder weniger selbstmitleidiger Wortschwall. Schon wieder. Aber wenn ich nicht darüber schreibe, dann sind die Gedanken, die ich mir mache ja endgültig sinnlos:

Aus meinem letzten Artikel konnte man vielleicht schließen, dass es mir in letzter Zeit nicht so gut gegangen ist. Seit die Schule vorbei ist, scheint einfach alle Routine auseinanderzufallen. Versteht mich nicht falsch, ich hasse Routine genauso, wie jeder andere auch. Mein Resort ist immer das außergewöhnliche, nicht alltägliche gewesen. Aber vielleicht brauche ich einen Klotz am Bein, um nicht abzuheben. Und eines der hauptsächlichen Dinge, warum ich nicht schon längst alles hingeschmissen habe und abgehauen bin, ist immer die Schule gewesen. In den höheren Klassen habe ich begonnen eine extreme Furcht vor dem Scheitern zu entwickeln. Vor Schulaufgaben war ich immer zittrig und anorektisch. Und deshalb habe ich mich angestrengt und meine Lebensweise angepasst.

Seit zehn Jahren hab ich die Tage gezählt, bis ich endlich „Schooooooooooool‘s out forever“ von Alice Cooper aufdrehen kann, und ich bin froh, dass es endlich soweit ist. Ich habe die Schule gehasst und will auch nie wieder dahin zurück, so ist es nicht.

Aber seit ich nicht mehr in die Schule muss, hat sich gezeigt, wie belanglos alles gewesen ist, was in und um diese Betonklotz passiert ist. Leute, die sich in der achten Klasse geschworen haben, für immer Freunde zu sein, werden sich jetzt nie wieder sehen. Pärchen, die glaubten, sie würden nach der Schule zusammenziehen werden sich aus den Augen verlieren, beste Freunde werden nie wieder miteinander reden. Die, die man gehasst hat, wird man vergessen, und die, die man geliebt hat, werden verschwinden.

Auf unserer Abschlussfeier in der heruntergekommenen Disko hatte ich mir vorgenommen, mit allen Anwesenden wenigstens einmal zu reden. Darunter waren Leute, mit denen ich bis dahin kein Wort gewechselt hatte, Leute, die ich irgendwann einmal als Freunde bezeichnet hatte, Frauen, die ich geliebt hatte, Leute, die ich verabscheute. Aber sie alle hatten eins gemein: Egal wie vertraut, oder wie fremd wir uns unterhielten, da war immer dieses Gefühl das sagte „wir werden uns ohnehin gegenseitig vergessen, also was tust du hier?“. Es war einfach so sinnlos. Es ist, als wären die letzten zehn Jahre, meine Ängste, Hoffnungen, meine Mühe, alles was den sozialen Bereich betrifft umsonst gewesen. Der Liebeskummer, die Eifersucht, die Freude, die Wut, das Verlangen, die Angst – ich dachte immer, es seien Emotionen wie diese, die das Leben ausmachen. Aber jetzt fühle ich, dass sie, zusammen mit den Menschen die sie ausgelöst haben, in Vergessenheit geraten werden. Und das heißt, wenn ich mein Leben so weiter leben werde, wie bisher, dass ich dann niemals etwas finden werde, dessen es sich zu erinnern lohnt.





Interview mit einem Borderliner

14 07 2008

Ich konnte es kaum glauben, als ich vor kurzem in einer Mail um ein Interview zu meinem Blog gebeten wurde. Es mag vielleicht seltsam sein, aus meinem Mund mal etwa zu hören, was nicht ironisch gemeint ist, aber ich habe mich wirklich wahnsinnig darüber gefreut.

Hier ist der Link.

Dort findet ihr auch einen sehr interessanten Blog mit aufschlussreichen Artikeln rund um das Thema Psychologie.

Nochmal vielen Dank für das Lob, christempler!





A day in the life

10 07 2008

I always thought that reality was what you feel.

But my feelings are so varied and so inconsistent, that I seem to have lost a sense for what is true and false. And therefore a profound distrust has built up against myself and my world – the world as I see it.

When I look into the mirror now, I’m not sure what to think. The impression that I get is that I’m not much more than a set of clichéd phrases and actions, robotic responses that have proven by trial and error testing going on since kindergarten to elicit certain reactions with a certain likeliness.

And I don’t even hold these simple mechanisms by which my mind works to be pathological. I don’t think that my personality can be separated into that vicious set of borderline symptoms and my real self underneath, which is perfectly agreeable. At least I cannot make out a dividing line anymore. Subtract my illness from myself and there will be nothing left – that’s how I’m beginning to feel about it. And if my feelings don’t deceive me, than I wonder how there will ever be any chance of improvement. But then again, when have my feelings ever been trustworthy? On the other hand, if reality is what you feel, what’s the point in doubting one’s feelings at all?

What I do know is where all my striving is aimed at. Love is the one feeling that lets one forget one’s world-weariness, leads one to believe, infuses a sense of absoluteness and lets one cut the veil of dreariness. That doesn’t mean that love makes sense, but without it, nothing makes sense. It’s also as elusive as a dream and hard to find. That makes it all the more precious. Love is the only thing that has kept me going all these years. But then again love is a feeling, and s I’m growing afraid of my own feelings. So I wonder, what is the point In going on at all?

Is there really a meaning to those moments I have sheared with one or another special someone? As feelings – my feelings at least – don’t stay with me, love will always turn into heartache, no matter how grounded it may seem. And therefore it’s never really going to set me free or take me any further.

I really don’t see a point in anything anymore.





… no place to rent in this town.

9 07 2008

Wohnungssuche kann wirklich frustrieren sein. Bisher habe ich 3 Wohnungen besichtigt und jede hatte einen mehr oder weniger offensichtlichen Haken. Der Höhepunkt war eigentlich heute. Um Punkt 19.30 Uhr stand ich vor der Tür dieser Wg. Dem ersten Eindruck nach zu urteilen schienen die Leute ganz Nett zu sein, auch wenn die Umgebung der Wohnung eher im Negativspektrum der Attraktivitätsskala lag. Die Autobahn lag deutlich in Hörweite.

Eine Französin, die nur gebrochen Deutsch sprach, zeigte mir das Zimmer. Es war groß, zur Straße hin. Eigentlich war die ganze Wohnung schrecklich. Alles sah aus als wäre es mit alten Zeitungen tapeziert worden: Grau in Grau von Decke bis zum Boden. Aber der Knüller bestand jedoch darin, dass mir schließlich, nachdem ich alles besichtigt hatte, mitgeteilt wurde, dass man am Tag vorher entschieden hätte, dass man auf der Suche nach einem ausschließlich weiblichen Mitbewohner sei.

Da wurde mir klar, warum die anderen Bewohner mich kaum beachteten und stattdessen am Tisch sitzen blieben und sich eifrig mit einer Frau unterhielten, die ebenso zur Besichtigung gekommen war.

Beim Rausgehen sagte noch jemand „Viel Glück beim nächsten Mal“. Danke. Es ist ja nicht so, dass diese Universitätsstatt weit weg ist. Nur eine Stunde Fahrt, da kann man schonmal vergessen, einem offenbar männlichen Interessenten schon am Telefon zu sagen, dass nur Frauen gesucht werden. Aber was solls. Wer will schon in so ein Loch ziehen. Andererseits sind alle Besichtigungen bisher nicht so gut gelaufen und ich habe immer Angst, dass ich vor Semesterbeginn nichts mehr finde. Ich will einfach möglichst bald hier weg.





Randomness

7 07 2008

Ich denke es ist nicht besonders sinnvoll über meinen derzeitigen Geisteszustand zu reden (falls es das je war). Deshalb hab ich entschieden einfach ein Update über meine derzeitige Lage zu geben.

Nun, ich hab Arbeit! Nachdem ich mich seit meinem Abi für allerhand Posten beworben habe – vom Kassierer bei Norma über Aushilfe bei Breuninger bis hin zum Roomboy in einem Hotel (kein Bordell; auch wenn es dafür im richtigen Viertel gelegen war) – und wurde abgelehnt. Keine Ahnung warum; es hieß immer man könnte derzeit keine geeignete Verwendung für mich finden. Naja, was solls.

Meine Mutter hat es nämlich geschafft, die Leute von dem Verlag für den sie arbeitet dazu zu kriegen mir die Übersetzung eines kompletten Buches anzuvertrauen. Ok, es ist nicht so wahnsinnig dick und es ist für Kinder im Alter von 6-10 Jahren gedacht (deswegen schaffe ich es vielleicht auch das Niveau zu halten), aber immerhin übersetzte ich ein Buch vom Englischen ins Deutsche – und das für richtiges Geld.

Ihr denkt euch jetzt vielleicht „Watt? Du kannst doch nichtmal die Kommaregeln einhalten.“ Aber keine Angst, meine Mutter korrigiert es vor der Abgabe.

Eine andere Angelegenheit ist mein Auszug von zuhause, der hoffentlich bald stattfindet. Ich hab mich für das Wintersemester an der Uni eingeschrieben und bin nun auf der Suche nach einem WG-Zimmer in der Stadt, in der die Uni ist. Eigentlich ist die gar nicht so weit weg, ich könnte also auch pendeln. Aber das Kaff in dem ich jetzt wohne liegt leider ganz in der Nähe vom Ende der Welt und ich will hier eigentlich schon weg, seit mir gesagt wurde, dass wir bald hierherziehen. Ich bin einfach ein Stadtmensch. Ich ertrage es nicht, aus dem Fenster zu blicken und nur Menschenleere Straßen zu sehen deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass ab und zu mal ein Hund an die Laterne pinkelt.

Finanziell sieht es zwar nicht grade überragend aus, aber morgen hab ich einen Besichtigungstermin… ich will einfach noch ein bisschen Träumen, dass es klappen könnte. Andererseits, wenn ich mit dem Buch fertig bin, kann ich mir von der Bezahlung vielleicht schon die erste Monatsmiete leisten. Also sehen wir einfach mal wie es weitergeht.

Was zur Zeit alles etwas schwierig macht ist die wahnsinnige Tagesmüdigkeit, die ich erlebe. Vor kurzem wurde etwas an der Dosierung meiner Medis geändert und ich schiebe es darauf. Schon seltsam… meine innere Uhr lässt mich abends schlecht einschlafen, weckt mich jeden Morgen um halb sechs, aber Tagsüber hört sie nicht auf, mir zu sagen, dass ich mich hinlegen soll. Ich glaube sie braucht ne neue Batterie.