Fertig

26 08 2008

Ich hab es satt, endgültig.

Ich hab es satt, ich zu sein. Das ist schon seit Ewigkeiten so und es wir auch nicht wieder aufhören, zumindest nicht für lange, egal was mir irgendjemand sagt.

Ich will mich nur noch gegen die Wand werfen, ich will wieder mit dem Schneiden anfangen, drei Monate ohne sind genug. Ich will kotzen, bis ich an Unterernährung sterbe, ich will Rauchen bis mir schlecht wird und sich meine Lungen in zwei Klumpen Holzkohle verwandelt haben. Ich will in kitschigem Selbstmittleid ertrinken. Das ist doch der einzige Grund, warum sich überhaupt jemand für mich interessiert, oder warum Leute diesen beschissenen Blog lesen – der gleiche, warum sich auch Laute Daily Soaps im Fernsehen ansehen – sie lieben das Drama und das ewige Scheitern. Ich bin nichts weiter als eine fleischgewordene Lisa Plenske.

Ich hab die sog. Liebe satt. Das was ich mir unter „Liebe“ vorstelle existiert einfach nicht; ich will auch gar nicht mehr danach suchen; es tut einfach zu sehr weh.

Und ich hab das gottverdamme psychiatrische System satt. Ich will damit nichts mehr zu tun haben. Seitdem ich in System bin, geht es mir noch kein verdammtes Bisschen besser. Ich will nie wieder einen Arzt oder Therapeuten sehen. Ich werde auch aufhören die schwachsinnigen Pillen zu nehmen.

Ich will nicht mehr schreiben, ich will nicht mehr so tun als wär ich ach so scheiß gebildet und feinsinnig -  das bin ich nicht. Ich mache das doch nur, weil ich gelernt habe, dass ich mich auf die Art beliebt machen kann. Und jeder, jeder fällt darauf rein. Hört mir eigentlich niemand zu?. Die meisten Einträge hier finde ich einfach zum Kotzen wenn ich sie lese. Ich sollte den ganzem Mist löschen.

Ich bin kaputt, endgültig. Sorry Leute.





Mein neues Leben

23 08 2008

Heute geht es mir absolut beschissen. Letzte Nacht war wieder eine dieser Nächte, nach denen ich mir immer denke, ich werde nie wieder einen Fus in eine Disco setzen, nie wieder mit einer Frau flirten, nie wieder mit Bekanten was trinken gehen – einfach nie wieder ausgehen. Am besten nicht mal mehr aus dem Haus. So gesehen ist es vielleicht ganz gut, dass mich die Medikamente langsam und langweilig und müde machen, dadurch ist die Anzahl der grauenhaften Nächte wenigstens etwas zurückgegangen.

Ich denke ich hab rausgefunden, was die Wurzel all meiner Probleme ist. Ich lerne nicht aus Fehlern. Ich lerne nicht aus Fehlern, und ich weiß nicht, ob das was mit dem Borderlinequatsch zu tun hat, oder einfach nur mit Dummheit; wahrscheinlich auch etwas mit Masochismus. Vielleicht ist das auch eine Art von selbstverletzendem Verhalten und ich bringe mich absichtlich in Situationen, die bewirken, dass ich mich als so allein und einsam und entfremdet und abgestoßen von mir selbst und den Anderen empfinde, dass es sich anfühlt, als wäre flüssiger Stickstoff in meinem Körper, der bei jeder Bewegung hin und her schwappt und langsam mein Herz und mein Gehirn verbrennt, bis ich nur noch eine eiskalte, leere Hülle bin.

Letzte Nacht war ich in einer Disco. Anfangs lief alles gut, aber schon nach einiger Zeit fühlte ich wieder all das oben beschriebene in mir aufsteigen, als hätte ich eine Feder im Magen, die sich langsam meine Speiseröhre hinauf presst, bis mir schlecht wird. Aber ich tue so, als wäre nichts, setze mein Millionärslächeln auf und bewege mich mit meiner lächerlichen Modelfigur, meinem bescheuerten Modelgesicht und meinen albernen Modelklamotten auf die Tanzfläche. Mit zunehmendem Eifer tanze ich epileptisch zu Electro-Musik, die sich nach drei Stunden nicht merklich anders anhört als zu Beginn. Mit größter Verbissenheit versuche ich, in ein Gefühl kollektiver Trance mit der wogenden Menschenmasse auf der Tanzfläche abzurutschen, so wie es das auf Raves geben soll. Für eine Weile glaube ich, dass es klappt, mein Kopf schaltet mal kurz ab, ich schließe die Augen und drifte im Krach. Ich wünsche mir, dass es nie aufhört – Schnipp, ein fatalistischer Gedanke und ich bin wieder nur Ich, an der Grenze zwischen Selbstdarstellung und photosensitivem Anfall, und um mich herum die Anderen. Klappt wohl doch nicht ohne Ecstasy.

Während ich mit meinen Bekannten abseits auf einem der Sofas sitze, die den Chillout-Bereich markieren, und einen Wodka-Red Bull nachschütte, denke ich, dass ich tausend mal lieber hier bin, als zuhause. Wir sind draußen Rauchen und eine Zeitlang denke ich, ja, hier gehöre ich hin. Wir amüsieren uns einfach, fast so wie in den nichtexistenten alten Zeiten.

Kurze Zeit später sitzen meine Bekannten in einem Bus nach Hause. Nächster Fehler: Ich bin geblieben. Vielleicht geht es anderen Leuten so, dass wenn sie an einen schönen Abend oder eine tolle Party zurückdenken, wieder ein bisschen von dem guten Gefühl bekommen, dass sie an dem Abend hatten. Bei mir ist das nicht so. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei, dann bin ich wieder zuhause und da ist alles noch genauso beschissen, als wäre nichts gewesen. Also bleibe ich und versuche verzweifelt, alle guten Gefühle festzuhalten. Ich gehe wieder rein, und nach und nach gleiten sie mir wie Sand durch die Finger. Als dann in der Disco die Lichter angehen, gehen die in meinem Kopf endgültig aus.

Kurz darauf kauere ich auf einer Bank vor dem Eingang der psychiatrischen Ambulanz einer Klinik und überlege, ob ich wirklich reingehen soll. 15 Minuten später sitze ich einer nett aussehenden, jungen Psychiaterin gegenüber. Als sie mich fragte, worum es gehe, musste ich kurz überlegen. Die meisten Leute erwarten immer, dass es einen bestimmten Grund gibt, warum ich dieses oder jenes fühle, und dass ich diesen dann auch noch kenne.

Dann fällt mir ein, dass meine derzeitige Freundin Ende nächster Woche für ein Jahr als Au-Pair ins Ausland geht. Je weiter wir das Thema ausführten, desto klarer wurde mir, wir sehr sich das nach einem Schlag in den Bauch anfühlte. Ich hab mir nur irgendwie die ganze Zeit nicht erlaubt, das als so grauenhaft zu sehen. Wir kennen uns seit drei Monaten, hatten Spaß zusammen; das hat doch nichts bedeutet, oder? Oder? Doch hat es. Mir ist klar geworden, dass ich sie einfach zu Tode vermissen werde. Wenn wir uns küssen bevor sie ins Flugzeug steigt, dann wird das gleichbedeutend mit einem „schönes Leben noch“ sein.  Was mich besonders fertig macht ist, dass ich glaube, dass sie damit kein Problem hat. Aber das sollte sie auch gar nicht. Sie ist so glücklich, dass das mit der Au-Pair stelle geklappt hat – was soll sie tun? Wegen mir hierbleiben? Nein, das bin ich nicht wert.





Escitalopram vom Markt genommen?! …Lundbeck my ass

22 08 2008

Mir sind die Escitalopram ausgegangen. Heute Morgen hab ich meine letzte genommen. Ich gehe zu meinem Hausarzt, um mir ein neues Rezept zu holen – und höre, dass Escitalopram angeblich vom Hersteller Lundbeck vom Markt genommen wurde. Ich rufe bei allen Apotheken an – überall die gleiche Antwort: Dürfen wir gar nicht mehr rausgeben; keine näheren Informationen.

Was zu Hölle soll ich jetzt tun? Ich habe ein Antidepressivum gefunden, das für mich einigermaßen wirkt und jetzt das? Das können die mir nicht antun?!

Und auf der Homepage von Lundbeck ist die Seite mit den richtigen Infos passwortgeschützt, damit nur „richtige“ Ärzte darauf zugreifen können… UND WAS IST MIT DEN PATIENTEN? Wer arbeitet hier für wen? Die Ärzte für die Patienten, oder umgekehrt?

Das ganze psychiatrische Versorgungssystem ist so irre.

Ich bin im Arsch.

EDIT:

Jetzt habe ich versucht, telefonisch Infos zu bekommen. Natürlich ist Freitagabend nirgendwo jemand zu erreichen.

Ich habe auch bei meiner Krankenkasse Sturm geklingelt, da hat sogar jemand abgenommen. Beinahe wäre es mir gelungen, dort alle genauso wahnsinnig zu machen, wie ich. Schließlich wurde ich mit irgendeinem medizinischen Informationsdienst verbunden; Tut uns leid, der einzige Arzt ist gerade im Gespräch -  Türlich!

Aber siehe da: ich habe wirklich einen Rückruf bekommen. Der Arzt sagte, er hätte auch keine Ahnung was los sei. Aber sonst wisse er einfach alles.

Puh, dann werde ich übers Wochenende wohl wieder 60mg Tabletten Citalopram einwerfen. Zum Glück habe ich wenigstens noch genug Zigaretten.





Soundtrack to my life

21 08 2008

Call me mawkish to quote lyrics, I don’t care.

I’m told that every man wants to be like Robbie Williams and every woman digs him – why?

Oh it seemed forever stopped today
All the lonely hearts in London
Caught a plane and flew away
And all the best women are married
All the handsome men are gay
You feel deprived

Yeah are you questioning your size?
Is there a tumour in your humour,
Are there bags under your eyes?
Do you leave dents where you sit,
Are you getting on a bit?
Will you survive
You must survive

When there’s no love in town
This new century keeps bringing you down
All the places you have been
Trying to find a love supreme
A love supreme

Oh what are you really looking for?
Another partner in your life to
abuse and to adore?
Is it lovey dovey stuff,
Do you need a bit of rough?
Get on your knees

Yeah turn down the love songs that you hear
‘Cause you can’t avoid the sentiment
That echoes in your ear
Saying love will stop the pain
Saying love will kill the fear
Do you believe
You must believe
When there’s no love in town
This new century keeps bringing you down
All the places you have been
Trying to find a love supreme
A love supreme

I spy with my little eye
Something beginning with (ah)
Got my back up
And now she’s screaming
So I’ve got to turn the track up
Sit back and watch the royalties stack up
I know this girl she likes to switch teams
And I’m a fiend but I’m living for a love supreme

When there’s no love in town
This new century keeps bringing you down
All the places you have been
Trying to find a love supreme
A love supreme

Come and live a love supreme
Don’t let it get you down
Everybody lives for love

Come and live a love supreme
Don’t let it get you down
Everybody lives for love

Everybody lives for love – I hold this to be true. But why then, tell me why in the hell is this world such a bitter and lonely place?





Phantomschmerzen

21 08 2008

Wow, mit meinem Blog geht es ja wirklich bergab.

Letzte Nacht war ich zu einem geselligen kleinen sozialen Happening bei einem Freund zuhause eingeladen. Er ist einer der Freunde, von denen ich nicht einmal eine Telefonnummer habe. Hauptsächlich aber hat mein Kopf die ganze Nacht versucht, mich fertigzumachen. Zuerst war es nur ein diffuses Gefühl, unter den Anderen fremd zu sein. Dann hat es sich in das Verlangen gesteigert, von den Augen einer meiner Bekannten aufgesogen zu werden, damit ich nicht weiterhin in einem Raum voller Menschen in Einsamkeit zu Tode frieren müsste.

Während ich dabei war, mich in den Gyri und Fissurae meines Gehirns zu verirren, saß da wieder dieser geniale Schauspieler und Lügner, denn unter Menschen bin ich nicht viel mehr, als ein Schauspieler, der einem ausgeklügelten Drehbuch folgt, das seit dem Kindergarten zu einem abgegriffenen Sammelsurium der Eitelkeiten angewachsen ist, und zu jedem Impuls eine getestete und als funktionierend befundene Reaktion bereithält. Es ist voller Aufkleber und farbiger Reiter, sodass ich zu jedem gesagten Wort auf einer bestimmten Seite eine schale Retour finde. Und so wird jeder Abend unter Menschen zu einer abgekarteten Farce. Ohne überlegen zu müssen, spule ich mein Programm ab. Dadurch bleibt mir jede Menge Zeit, mich zu fragen, was ich da eigentlich mache, und wie sehr ich mich hassen muss, um mir das immer wieder aufs Neue anzutun.

Aber der wahre Alptraum beginnt erst, wenn das Licht ausgeht.

Als Beweis dafür, dass mein einstudiertes Anbiederungsprogramm noch immer funktioniert, wurde ich gefragt, ob ich nicht über Nacht bleiben wolle.

Vorgang in meiner durchschaubaren Emotionsmaschinerie:

Eingabe: Gelegenheit dem gefürchteten allein-zu-Hause sein zu entgehen.

Ausgabe: Gelegenheit ergreifen, koste es, was es wolle.

Kurze Zeit später liege ich in einem Gästebett. So müde bin ich noch gar nicht, ist ja erst zwei Uhr. Glücklicherweise habe ich meinen hoch verdienten Lebensretter dabei, meinen mp3-Player. Nachdem ich mich ausreichend mit herzzerfetzenden Balladen, mit denen ich mich ja so gut identifizieren kann, eingelullt habe, entschließe ich mich, zu schlafen. Ich bin bei Freunden, liege in einem warmen Bett, alles ist gut. Ich drehe mich einige Male, mache es mir bequem – doch dann fliegen meine Augen auf, und es sind gerade einmal zwei Minuten vergangen. Plötzlich bin ich wieder hellwach. In nystagmischem Stakkato zittern meine Augen durch die Dunkelheit, auf der Suche nach etwas interessantem. Schluss jetzt, denke ich, und versuche sie gewaltsam zu schließen. Da fällt mir auf, dass ich eigentlich gar keinen mp3-Player gebraucht hätte, denn vor dem Hintergrund der kleinstädtischen Stille bemerke ich, dass sich in meinem Kopf eine kaputte Schallplatte zu befinden scheint, die immer und immer wieder die eine oder andere Zeile aus diesem oder jenem Song wiederholt. Zuerst dezent, doch dann schälen sich die rationalitätsfressenden Gedankenmuster deutlich hervor.

Und da beschleicht mich wieder diese Angst vor meiner ganz persönlichen Hölle: Bin ich verrückt? Verliere ich den Verstand? Werde ich bald anfangen, Stimmen zu hören, die über mich lachen und mir befehlen, Leute umzubringen? Werde ich bald auf einer Sackkarre festgeschnürt durch die Gegend gefahren werden, wie Hannibal Lecter? OK, ganz ruhig, erst mal das Licht anmachen, dann ist alles nur noch halb so schlimm. Irrtum, ich zittere. Zählen, die Zigaretten, die ich in dieser Nacht geraucht habe, die Fibonacci-Folge fortführen – es hilft nichts. Mein eigener Kopf hört einfach nicht auf, mich in den Wahnsinn treiben zu wollen. Irgendwann in diesem fiebrigen Kopfkino, das nur Horrorfilme im Angebot hat, habe ich mein Notizbuch aus meinem Rucksack gekramt und angefangen, zu schreiben, irgendetwas, um meine Fantasie zu beschäftigen. Hier ein Auszug (Auf Englisch, in dem Versuch, mich zu etwas mehr Konzentration zu zwingen):

It’s three o’clock in the morning. I’m staying at a friend’s place. I just can’t sleep and I’m scaring myself to death again. I’ve tried listening to music for hours in order to calm myself down – it’s not working. So now I’m trying to write; I just need to do something to keep my mind busy. Tonight I saw the milky way. A billion stars shining for me, shining with me. Yesterday I was all shiny and happy and loaded with energy. Now I feel as if my brain were trying to kill me. And it’s doing a good job. I thought I might just go for a walk. I really need to calm down. On the other hand – my eyes are burning. They’re craving for sleep, plus I’ve got my contacts in. I must be in a nightmare. But it’s going to be ok…

Etc.

Die Bilanz dieser Nacht: Etwa eineinhalb Stunden Schlaf und ich habe mich gegen Sieben, als ich der Meinung war, jetzt würden auch in diesem Kaff endlich die Busse wieder fahren, aus dem Haus meiner Gastgeber geschlichen, ohne mich zu verabschieden.

Warum arbeitet mein Kopf ununterbrochen gegen mich?





Going on living

12 08 2008

Life is going ok at the moment. What’s getting to me the most is my day time sleepiness, which is a side effect of medication. Sometimes my forehead sinks down onto the table during work and I have to be careful not to drift off and fall off the chair. My psych doesn’t really acknowledge of its severity. But I guess I’ve bugged her long enough and so she’s switched me from Citalopram to Escitalopram. We’re going for the maximum dosage of 20 mg/d right away. So far, the only thing that’s changed is my constipation, which’s got a lot worse. I’m taking Lactulose syrup now almost on a daily basis.

I remember that I used to be a much more active person. The longing for energy I have now is exaggerating the memories of those days, but compared to now, I really used to be a little ball of fire. Now I sit in my room at night, watching the headlights of cars go by that bring revelers from one party to another, and I wish I were one of them.

Medication works, it works better for me than anybody could ever wish to expect. I live on the fifteenth floor and have no desire of defenestrating myself. It was only months ago that I made plans about how to gain access to the roof of such an apartment building in order to throw myself off it. But medication has also stripped my life off most of its glamour. Where I used to be all consumed in the highest highs and the lowest lows, I’m more grounded now. But it’s all about staying alive, no matter what, right?

But the sleepiness sucks on end. I’m sleepy when I wake up, I doze off in front of the TV. In the past, I could never understand how people could take naps during the day. What a thing to do! But now I’m one of them. I know that most people think I’m just a lazy fuckwit, thinking of himself as an oh so talented, charmingly bohemian, tragically tortured artist. But I try. I really do. My head feels like it were stuffed with cotton right now. I just looked out the window and noticed that the plant on my windowsill is dying.

There are so many things I want to say that I can’t find the words for.





No mentalism today

6 08 2008

Wow… ich kann es noch immer nicht richtig fassen, aber grade sitze ich an meinem neuen Schreibtisch in meiner neuen Wohnung und genieße den spektakulären Ausblick über die Stadt, den man hier aus dem 15. Stock hat. Die Möbel stehen jetzt und letzte Nacht habe ich noch alle Kartons ausgepackt.

Zuerst hatte ich ja den Plan die Möbel aus meinem alten Zimmer mitzunehmen, aber es hat sich herausgestellt, dass der Transport einfach viel zu aufwändig gewesen wäre. Schwere Möbel und 15. Stock gehen einfach nicht zusammen. Stattdessen hab ich mir so einen Stoffschrank gekauft, der aus so einem Gerüst aus (leichten) Metallstangen besteht über die man einfach ein Tuch spannt. Dazu noch eine kleine Kommode und ein kleines Regal hab ich noch von meiner Mutter. So ist es auch viel leichter, wenn ich wieder ausziehe.

Bisher hatte ich noch gar keine Zeit, mir die Stadt anzusehen. Ob ihrs glaubt oder nicht, ich bin seit einer Woche nicht abends ausgegangen. Aber nachher gehe ich noch ein Bisschen in die Fußgängerzone.

Von der Mental-Front gibt es eigentlich nicht viel neues. Meine Psychiaterin und ich wollten ja eigentlich, dass ich vor Semesterbeginn noch in eine psychosomatische Klinik gehe. Wie es aussieht wird das wohl nicht klappen. Ich habe im Januar den Antrag für die Aufnahme gestellt und dachte, das würde jetzt alles gutgehen, aber dann bekomme ich erst letzten Monat den Bescheid von meiner Krankenkasse, dass sie die Finanzierung übernehmen… das heißt, ich stehe erst seit letztem Monat auf der Warteliste der Klinik, obwohl ich schon im Januar den Antrag gestellt habe. Mittlerweile ist das mit der Klinik auch gar nichtmehr so dringend. Mir geht es jetzt viel besser als im Januar.

Außerdem wurde ich von der Maximaldosis Citalopram auf die Maximaldosis Escitalopram umgestellt, da ich einfach nicht aufhören wollte, mich wegen der nagenden Tagesmüdigkeit zu beschweren. Ich habe die letzten zwei Nächte gut geschlafen und bin Tagsüber durchgehend wach, also bringt es vielleicht wirklich was.

Ich hoffe ich bin nicht zu langweilig, wenn ich über nicht pathologische Phänomene spreche, aber zur Zeit habe ich einfach nur positive Posts in Petto.





I’m outta here

2 08 2008

Tut mir Leid, dass ich so lange weg war. Aber unfassbarerweise ist einer meiner am längsten gehegten Träume gerade dabei wahr zu werden.

Ich hab ein Zimmer in einer WG gekriegt. Ich ziehe aus. Ich habs immer noch drauf Leute dazu zu bringen, mich zu mögen – endlich mal wieder ein Erfolg, das hab ich echt gebraucht.

Fast alle meine Sachen sind schon weg, nur der Computer ist noch hier, weil ich wieder Arbeite habe. Ich hab mich entschieden meine alten Möbel hier zu lassen. Erstens weil sie mir nicht mehr gefallen, und zweitens weil es schön ist neu anzufangen. Praktischerweise hat mir mein Vormieter ein Sofa und ein Regal hinterlassen. Das heißt, der einzige wirklich sperrige Gegenstand, auf den ich nicht verzichten will, ist das riesige, 2m lange schwarz-weiß Bild von New York, das von schräg oben den Broadway und das Flatiron Building zeigt. Aber zum Glück ist auch das von IKEA, also zerlegbar.

Wahnsinn, ich ziehe also in die Stadt. Raus aus diesem Loch am Ende der Welt – worüber soll ich mich jetzt nur noch beklagen? Da sehe ich schwarz für die Zukunft dieses Blogs.