The truth behind all things

30 09 2008

Als ich heute im Bus nach Hause saß, blieben meine Augen an einem Mädchen hängen. Sie hörte mit Kopfhörern Musik und starrte aus dem Fenster. Jeder starrte aus dem Fenster oder auf seine Schuhe, um das Auftreten von Augenkontakt auf kurze Distanz zu vermeiden. Aber irgendetwas war besonders an der Art, wie sie die vorbeiziehende Szenerie betrachtete. Ich wusste jedoch nicht, was es war. Sie hatte braunes Haar, eine runde Nasenspitze, doch einzeln betrachtet waren ihre Züge nicht mehr besonders, als die jedes anderen Fahrgasts. Ich sah mich eine Weile um, doch mein Blick fiel wieder auf sie.

Dann bemerkte ich es: es waren ihre Augen. Sie strahlten soetwas wie Weisheit aus. Als hätten sie mehr gesehen, als die Meisten. Vielleicht mehr, als sie wollten. Ihr Blick war wissend. Jeder in dem Bus sah ins Leere und nahm nicht wirklich war, was an den Fenstern vorbeiflog. Doch sie sah aus, als würde sie dort draußen etwas sehen, irgendeinen Ort weit hinter den Fassaden der Häuser, weit außerhalb dieser Welt.

Ich saß ihr schräg gegenüber und konnte die andere Hälfte ihres Gesichts die meiste Zeit nicht sehen. Ich begann zu hoffen, sie würde mich ein einziges Mal ansehen. Ich hätte nicht die Auge niedergeschlagen. Ich dachte, wenn ihr wissender Blick einmal den meinen treffen würde, könnte ich vielleicht in ihren Augen eine profunde Wahrheit über alle Dinge lesen und ein anderer Mensch werden.

Andererseits sah sie traurig aus. Als hätte ihre Erfahrung einen Preis gehabt, den sie ununterbrochen zahlt. Aber es war mir egal, ob sie eher Pandora oder Prometheus war, ich wollte es wissen, wenn auch nur um zu verstehen, was in ihr vorging.

Aber sie tat es nicht. Ich stieg aus und ging an ihr vorbei, doch sie sah mich nicht an. Jetzt bin ich in meinem Zimmer und draußen ist Nacht.





Loaded on Caffeine

28 09 2008

Ich bin wieder zuhause. Ich meine in meiner Wohnung. Letzte Woche war ich bei meiner Mutter und die Woche davor war ich auf einem Seminar. Aber jetzt bin ich wieder hier und sprühe vor rhetorischen Finessen, die ich euch vor den Latz knallen will. Ich hoffe ihr habt mich noch nicht vergessen. Dear readers, I need you.

Nein wirklich, die letzten Wochen war ich so melancholisch und ausgelaugt, dass mein Kopf jeder niederschrabbaren Wendung beraubt war. Aber seit heute sprühe ich nur so vor Energie. Vielleicht ist heute der Beginn einer besseren Zeit. Hoffen wirs, denn schon morgen beginnt ein Vorbereitungskurs für mein STUDIUM! Oh Gott, in der vierten Klasse musste meine Mutter meine Lehrerin überreden mich aufs Gymnasium zu lassen, und jetzt bin ich Student. Wer hätte das gedacht.

Eigentlich bin ich glücklich. Ich habe eine Wohnung im 15. Stock und grade beobachte ich eine knallrote Sonnenscheibe dabei, wie sie am Horizont versinkt. Yay! Life is good.

Meine hauptsächliche Angst dabei, in diese neue Stadt zu ziehen, war ja, dass mich die Leute hier nicht mögen und ich ganz allein bin. Das hat sich bisher nur teilweise bewahrheitet. Denn wenn ich so überlege, habe ich schon eine ganze Menge Leute kennengelernt; interessante Leute, wie z.B. einen Inder, der gerade seinen Doktortitel in Physik macht. Oder zwei lebenslustige Reinigungskräfte aus dem örtlichen Krankenhaus. Oder einen DJ in einer der angesagteren Discos hier. Obwohl, ich glaube dem bin ich ziemlich auf die Nerven gegangen. Wir hatten einen kleinen Zwist, da er der Meinung war, die Singles von Nirvana wären ihre schlechtesten Songs und ich wollte unbedingt „Rape Me“ hören. Aber ich denke, eigentlich mochte er mich.

Dann war da noch das Mädchen aus dem vierten Stock. Bei meinem Einzug traf ich sie mal wortlos im Aufzug. Doch vor kurzem saßen wir zufällig im gleichen Nightliner nach Hause. Sie hat mich auf eingeladen irgendwann mal auf ein Bier vorbeizukommen. Heute klingelte ich bei ihr, doch sie war entweder nicht da, oder sie wollte mich nicht sehen. Either way, ich sage mir immer wieder vor, dass ich liebenswürdig bin, dass sie wahrscheinlich einfach nur nicht da war, obwohl heute Sonntag ist, und dass sie das nächste mal bestimmt aufmachen wird. Es sei denn sie liest das hier, denn dann wirke ich wie ein irrer Stalker auf sie.

Hell, everybody’s giving me their numbers, so they can’t dislike me that much, right?

Last week I saw my ex-girlfriend. That made me realize how glad I am that we broke up. When it happened, I thought the world was going to end, but actually I was lucky she dumped me. She’s still stuck at the exact same point where I walked out months ago. She’s hanging with the exact same old jerks I had grown to despise so much, she’s still not keeping the same old promises, she’s still doing the same old blow in the same old apartment where nothing good ever happened between the two of us.

Apart from a terrible hangover in reminiscence of the bad old days, seeing her has caused me to yield to one important insight: What happened between her and me was not love. I wanted it to be, but it wasn’t. And strange as it may sound, this is a good thing, because it means that love is still out there for me to discover, that I may still hope for it to be the kind of salvation I’m dreaming of.

Neulich lag ich nachts wach, und plötzlich hörte ich ein wahnsinniges kreischen von schlitternden Reifen und dann ein Krachen…. dann war es still. Ich sprang auf, rannte zum Fenster, doch die Straßen waren leer. In der Stadt zu wohnen ist so aufregend. Das nur als kleiner Einschub.

Ok Leute, wünscht mir Glück für morgen. Much love.

Zum Abschluss gibt’s hier noch einen Song, den ich vor kurzem geschrieben habe. Ich arbeite noch dran, aber das ist der erste Entwurf. Ich würde mich freuen, zu hören was ihr davon haltet:

Loaded on Caffeine
Can you see I got the shakes
You’d better back off
Cause I’m loaded with caffeine

I’m as excited as I ever was
Can’t you see I wanna eat you up
Cause I’m loaded with caffeine

The light keeps killing me
Cause I can’t shut my eyes
I think I’m going blind

Smoking prevents alzheimer’s
We’re the wisecracks of tomorrow
So let’s just get loaded
Loaded on caffeine
Hey!
I’m loaded on caffeine

Heeeeeeeeeeeey!? Can you hear me??





Escitalopram to the rescue

12 09 2008

Was den von mir investigativ untersuchten Escitalopram-Skandal angeht kann ich Entwarnung geben. Mein Arzt hat nur das Rezept nicht richtig ausgefüllt, weil ich ihm nicht genau genug erklärt habe, was er tun soll. Das heißt ihr braucht euch keine Sorgen zu machen: Esictalopram und Lundeck sind weiterhin wie gewohnt für die Rettung unser geistigen Gesundheit im Einsatz.





Four things about me

5 09 2008

I love the English language. It often feels more intimate and familiar than German. I wasn’t raised bilingually, but my mother’s best friend is from America, and she used to hang around at our place pretty much all the time when I was a kid. I tried to pick up as much as I could from their conversations at the kitchen table.

My favorite book is „The Bell Jar“ by Sylvia Plath. Back in those days when mental illness ravaged unfettered in my head, there were times when I couldn’t direct my attention to anything I was reading. But I found that things pertaining to mental illness would still stick in my mind. And so The Bell Jar was a real revelation. It became something like a bible for me.

I hate being alone, but I guess you know that. I used to roam the city during nights of insomnia, because I couldn’t stand the loneliness of my room. One night, when all the places I usually frequented were closed and it was way too late to call anybody, I wound up at a gay bar. A man tried to hook up with me, and I played along for a while. Later he suggested going back to his place, but I ran away while he was in the restroom. That made me feel very bad.

My biological father was addicted to amphetamine in the time I was born. He also worked as a dealer. He had absolutely no school qualifications. My mother taught him to read and write. I have no memory of him, and I think I’ll never try to find him. Having a father is totally overrated.