Strip me ugly naked (revised)

29 07 2009

I wish you were here
If only to twist the knife
You left when you went
And be the devil I know
My soul is yours, anyway

But it’s all forgiven now
I’d give and give away again
If only you could be here.
I’d light your cigarettes
And keep the drinks coming

Life with you was no live
Paradise, in other words
So if only you were there,
To drag me out of here.





Looks like rain

12 07 2009

Über die letzten Tage hab ich mehrmals versucht einen Eintrag zu verfassen, der alles enthält, was mir im Kopf rumgeht… aber ich habs nicht geschafft. Es sind nur weitere seitenlange Leichen für den Entwurfsordner rausgekommen. Ich bin nicht gut drin Dinge aufzuschreiben, die länger zurückliegen. Wenn das Gefühl der Situation verflogen ist, macht alles keinen Sinn mehr.

Aber ich versuchs jetzt nochmal – einfach ein Abriss der letzten Wochen, dann schaff ich es vielleicht bevor meine Konzentrationsspanne wieder überschritten ist.

Ok, worauf es hinausläuft ist, dass ich einfach nicht auf mich aufpassen kann. Ich esse nicht, vor allem aus Zeitmangel… ich vergesse es, die Mensa schließt um 14 Uhr, ich will noch dies und das erledigen… dann ist eine Woche vergangen und alles was ich runter gekriegt hab, warn ein paar Schüsseln Cornflakes am Morgen. Ich lebe also die meiste Zeit von Kaffee, Zigaretten und Pillen.

Ich schlafe nicht. Vor allem aus Zeitmangel. Da ist noch dieses Übungslatt, am Freitag soll ich ne Klausur über ne Vorlesung schreiben in der ich das ganze Semester vielleicht drei mal war. Dann ist es vier Uhr und ich habe keine Lust mehr ins Bett zu gehen, nur um dann zu verschlafen.

Die Abende hier sind die Hölle. Ich ertrage die Einsamkeit nicht, die Musik die hier ununterbrochen läuft, um die Stille zu vertreiben kratzt mich noch mehr auf – oft geh ich noch raus, wandere durch die Straßen, nur um zu sehen, dass diese beschissene Stadt leergefegt ist, als wär ich der einzige Mensch auf der Welt. Ich hab die letzten zwei Wochen kaum eine Nacht überstanden ohne die eine oder andere Droge zu konsumieren, entweder die, die man in der Apotheke kriegt, oder die, die man anderswo besorgt.

Ich schlucke weit mehr Beruhigungsmittel als ich sollte. Einfach damit das Zittern in meinen Händen aufhört und der Vortex der Gedanken in meinem Kopf still ist.

Ich schneide mich wieder. Es fühlt sich so gut an, wie eh und je. Da ist noch so viel Platz auf meinen Oberschenkeln. Warum sollte ich den nicht nutzen? Whatever gets you through the day, right?

Oft starre ich mich Spiegel an und suche nach einer Antwort in diesen Augen, einen Hinweis darauf, wann und warum genau ich vom Weg abgekommen bin, nach dem es mir monatelang so gut ging. Aber dieses hübsche Gesicht starrt nur fragend zurück. Warum ruinierst du dein Leben? Warum jetzt?

Ich bin jetzt Anfang zwanzig. Es heißt, dass viele, die so sind wie ich, in dieser Zeit ein morbides Crescendo erleben, und auf eine kosmische Katastrophe zusteuern, die die Grundfeste ihrer Realität erschüttert… und genau so fühlt es sich an. Wie lang kann ich noch so weitermachen? Es heißt, dass es besser wird, wenn man bis 40 überlebt.

Also trinken wir auf die nächsten zwanzig Jahre. Und hoffen weiterhin, dass es doch nur ein Alptraum ist, aus dem ich noch aufwache.

Mein Psychiater glaubt daran offenbar nicht mehr. Er hat die Abteilung gewechselt. Ich bin nicht so eingebildet zu glauben, dass er das getan hat, um mich loszuwerden, aber das ist sicher ein angenehmer Nebeneffekt für ihn. Jetzt hab ich in zwei Monaten einen Termin bei einer neuen. Halleluja.

Ich hasse diesen Eintrag, aber ich muss das alles einfach irgendwie ausdrücken. Und wenn ich den jetzt wieder nicht veröffentliche wird es gar nichts mehr.





Total annihilation

21 06 2009

Ich hab noch 27 Minuten, dann ist der Akku dieses Laptops genauso leer gebrannt wie ich, deswegen muss ichs kurz machen.

Ich könnte die 27 Minuten wahrscheinlich besser nutzen, als diesen Eintrag zu schreiben, denn eigentlich gibt es nichts neues. Das einzige was mir einfällt ist, dass ich wirklich, wirklich zerfalle. Mein Kopf und mein Körper spielen nicht mehr mit.

Letzte Woche habe ich beschlossen, endlich einen Schlussstrich unter das ewige hin und her mit meiner Ex- und dann wieder nicht Ex-Freundin zu ziehen. Das ging plötzlich ganz leicht, denn ich hatte nämliche zum ersten mal seit langem wieder ein Date. Und es war schön. Und ich hab mir von Herzen gewünscht, dass wir uns wieder sehen.

Aber das alles bedeutet nichts. Nach den letzten zwei Wochen, will ich eigentlich niemanden mehr sehen. Ich konnte letzte Woche für über 50 Stunden nicht schlafen. Meine Augen haben genug gesehen. Und ich bin halb taub davon, dass mein Kopf mir ständig sagt, dass das für immer ist, dass ich endlich Schluss machen soll, nicht nur mit der Frauen-Kiste, sonder mit allem. Es ist so schwer sich aufs überleben zu konzentrieren, wenn der eigene Verstand ständig versucht einen umzubringen. Und mein Körper nimmt es mir übel, dass ich seit einer Woche nichts gegessen habe, als ein paar Schüsseln Cornflakes.

12 Minuten. Die Zeit vergeht, und ich hab das Gefühl ich vergehe mit, Minute um Minute. Ich hab immer versucht, alles bis zum äußersten zu tun, ganz oder gar nicht, das Leben, die Liebe und alles Andere. Aber ich annihiliere alles womit ich in Berührung komme.

Ich hab das Licht gesucht und bin gegen ne glühende Lampe geknallt. Jetzt segle ich zu Boden, wie eine Motte mit verbrannten Flügeln.

Entschuldigung wegen der Phrasendrescherei. Mir ist das Selbstmittleid unangenehm, aber es tut einfach zur sehr weh, als dass ich noch zum Versuch fähig wäre, es irgendwie anders auszudrücken als zu beschreiben, wie es sich anfühlt. Und so fühlt es sich an, wie Schmerz.

„Hello dear Mr. Dr. Sir. How I feel? Well, I haven’t slept or eaten in a week. I don’t mean to sound silly – but could it be that there is something wrong… with my head?”





Galatea in reverse

15 06 2009

You come around a corner, away from the noise of the opening.

There is only one exhibit.  She stands in the spotlight, with her back to you: a sweep of pale hair on paler skin, a column of emerald silk that ends in a pool at her feet.  She might be the model in a perfume ad; the trophy wife at a formal gathering; one of the guests at this very opening, standing on an empty pedestal in some ironic act of artistic deconstruction –

You hesitate, about to turn away.  Her hand balls into a fist.

"They told me you were coming."

Courtesy of Emily Short©

 

At night, the city is the loneliest of places. It’s the lights…they’re but a mirage, teasing the traveler dying of thirst.

City

And when his legs give in, hallucinating in his death throes, he prays to ghosts of the past:

“Let me turn to stone! Have I not struggled enough? I tried… but love and live and meaning… they won’t stop draining from this mold. So pour the bronze already! And burn away this insatiable longing! Oh, please!”

City2





Je ne regrette rien… je tente.

8 06 2009

Ich muss zur Zeit unmenschliche Konzentrationsspannen an den Tag legen, um mit dem Lernen für die Uni nachzukommen… und nicht schlafen, versteht sich.

Deshalb überlasse ich heute mal Édith Piaf das Reden, so gut hätte ich es sowieso niemals ausdrücken können.

Ihr dürft dreimal raten, worum es geht… sicher, eine Frau. Ich bin ja nicht schwer zu durchschauen.

Wie dem auch sei… last uns zuhören, eine Zigarette anzünden und einen Stehblues mit uns selbst tanzen… vorher sperr ich noch die Tür zu, meine Mitbewohner halten mich schon für durchgeknallt genug…

Here it goes:

Non, rien de rien,
non, je ne regrette rien
Ni le bien qu’on m’a fait,
ni le mal;
tout ça m’est bien egal!

Non, rien de rien,
non, je ne regrette rien
C’est payé,
balayé,
oublié.
Je me fous du passé

Avec mes souvenirs
j’ai allumé le feu!
Mes chagrins, mes plaisirs,
je n’ai plus besoin d’eux

Balayés les amours
avec leurs trémolos,
balayer pour toujours
Je repars à zéro.

Non, rien de rien,
non, je ne regrette rien
Ni le bien qu’on m’a fait,
ni le mal;
tout ça m’est bien egal

Non, rien de rien,
non, je ne regrette rien

Das sollte mein neues Mantra werden.






Sunshine

4 06 2009

Grade geht vor meinem Fenster die Sonne unter – und ich bin unglücklich. Mal wieder.

Ich wette ihr habt diese Art Psycho-Geschwätz vermisst, nicht wahr?

Ich habe einige wirklich gute Monate hinter mir. Ich hab Fortschritte gemacht. Da ist nur dieses leise, nagende Gefühl in letzter Zeit. So ein Gefühl, das man bekommt, wenn man abends allein in einem Café sitzt und die Menschen beobachtet – oder wenn man nach dem Duschen mit den Händen über alte Narben streicht.

Anders gesagt, ich habe den Verdacht, dass ich zu diesem Blog zurückgekehrt bin, weil ich seit einiger Zeit die unbestimmte Ahnung habe, dass es mit meiner geistigen Gesundheit langsam, ganz langsam, aber stetig wieder bergab geht. Es ist, als ob sich mein Blickwinkel nur um ein paar Millimeter verschoben hätte, und wenn ich dann Nachts am Fenster eine rauche und mein Blick über die Lichter der Stadt schweift, dann fühle ich da wieder diese Sehnsucht – nach irgendeinem Ort da draußen. Und ich beginne mich zu fragen, ob dieser Ort wohl existiert, wenn ich ihn nach 20 Jahren noch nicht gefunden habe. Vielleicht sollte ich erst mal überlegen, was diesen Ort überhaupt ausmacht, aber das kann ich nicht sagen. Es ist einfach der Ort, an dem ich eigentlich sein sollte, genau jetzt.

Hurra! Endlich Nachschub an deprimierenden Anekdoten aus meinem Leben! Perfekt für jede Party.

Aber es ist wahr, als es mir gut ging, hatte ich nicht das Bedürfnis zu schreiben. Es war einfach – gut. Da gab es nichts zu analysieren. Aber diese einsamen, betrüblichen Gedanken sind wie Treibsand. Man versinkt darin und kann nichts anderes tun als die eigene missliche Lage auseinanderzunehmen.

Eigentlich wollte ich mehr schreiben, aber ich würde jetzt wahnsinnig gerne eine menschliche Stimme hören. Am liebsten würde ich mich anziehen und rausgehen, irgendwohin. Aber ich weiß, dass das kein gutes Ende nimmt.

Deswegen werde ich mir jetzt das Telefon nehmen und fürs Erste jedem auf die Nerven gehen, den ich kenne. Am besten unterdrücke ich meine Nummer, sonst gehen die meisten um diese Zeit wahrscheinlich gar nicht erst ran. Bin ich nicht manipulativ? Tja, man muss eben alle Trümpfe ausspielen, die einem eine gestörte Persönlichkeitsorganisation bietet.

Ich wünsche mir inständig, dass heute nicht eine dieser Nächte wird. Ich hab doch Fortschritte gemacht – oder doch nicht?





So here we are… at wit’s end

8 12 2008

Als Antwort auf den Kommentar von Neontrauma, einer wirklich tollen Bloggerin, zu „Venlafaxine withdrawal“:

Alles Gute für das Ausschleichen.
Nimmst du stattdessen jetzt ein anderes Medikament?

Nein, tue ich nicht. Heute habe ich meine Psychiaterin gesehen. Sie hat mehr oder weniger zugegeben, dass sie nicht mehr weiter weiß, was meine Behandlung angeht. Einerseits traut sie sich nicht Monoaminoxidasehemmer mit mir auszuprobieren, andererseits fällt ihr auch nichts anderes mehr ein. Das heißt ich bin jetzt wohl offiziell ein hoffnungsloser Fall. Scheiße. Ich bin grade wirklich absolut und irreversibel am Ende. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll.

Suicide leaps to mind. But I know that there’s no sense in that.

Grade habe ich mich nach etwa einem Jahr zum ersten Mal wieder geschnitten. Und ich frage mich warum ich je aufgehört habe. Es fühlt sich so verdammt gut an. Ich habe nur die ganze Zeit das Gefühl, dass ich noch nicht tief genug geschnitten habe.







Dieser Post ist überladen

27 11 2008

Wow, mir ist grade aufgefallen, dass ich erledigt wäre, wenn ich jetzt einen Herzinfarkt hätte. Niemand würde mich finden. Seit drei Tagen habe ich kein Wort mehr mit meinen Mitbewohnern gesprochen, abgesehen von „Hallo” und „Tschüss”, nur um zu sehen, was sie tun, ob es ihnen überhaut auffällt. Ist es nicht. Sie haben einfach zurückgeschwiegen. Was bedeute ich meinen Mitbewohnern? Zwei Worte? Denken sie grade, „endlich hat der Typ aufgehört so viel zu labern”? Was zur Hölle mache ich hier eigentlich? Ich werde Wahnsinnig. Nein ehrlich, ich verliere hier den Verstand. Ich hab sie nicht mehr alle, die Tassen sind raus aus dem Schrank und zerbrochen.

AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH! Was würde jetzt meine ehemalige Therapeutin sagen? „Sie sollten versuchen, ihre Wahrnehmung mit der Realität abzugleichen.”

Mal überlegen:

Kopf sagt: ………………………………………………… (Kopf sagt nichts, weil er mit einer Zwangsjacke auf einem Bett fixiert ist und gerade eine Haloperidol Infusion bekommt.)

Realität sagt: „Hmmm, lass und die Fakten überprüfen….du schläfst nicht mehr als vier Stunden pro Nacht, du bist total überspannt, deine Hände zittern, du kannst dich nicht konzentrieren, du würdest dich am liebsten selbst KO schlagen um mal wieder etwas Ruhe zu bekommen, etc.”

Verdammt, verdammt, verdammt… ich weiß wirklich nicht was los ist. Aber seit einer Woche kriege ich einfach nichts mehr hin. Ich habe Angst und ich kann nicht sagen wovor, am liebsten würde ich nur im Bett liegen und mich keinen Millimeter bewegen, die Augen auf einen Punkt an der Decke fixiert, den ganzen Tag. Ich würde so so gerne meine Psychiaterin sehen. Aber sie hat erst in elf Tagen Zeit für mich. Andererseits wenn ich sie sehe, dann möchte ich eigentlich nur dasitzen, und ihr in die Augen sehen, weil ich weiß, dass die Worte aus ihrem hübschen Mund nichts ändern werden.

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Wenn jetzt überhaupt noch jemand da ist, dann habe ich eine Frage: Es lesen doch bestimmt ein,zwei betroffene diesen Blog (zumindest wünsche ich mir das):

Wie habt ihr es geschafft weiterzumachen, als euch die brutale Wahrheit klar, nicht nur bekannt sondern wirklich klar, geworden ist, dass es für den Rest eures Lebens so weitergehen wird? Dass Persönlichkeitsstörungen chronische Zustände sind?

(Ok, es heißt die Symptome der Borderline Persönlichkeitsstörung erfahren ab dem 40 Lebensjahr meist von selbst eine Besserung, aber soweit muss man erst mal kommen.)

Am Ende bin ich eigentlich nicht mehr, als eine Karikatur. So wie eine Karikatur eine Sammlung eigenartiger Merkmalen ist, so bin ich eine Sammlung eigenartiger Symptome…nicht mehr. (D.h. ich sehe mich wahrscheinlich so, wie Ärzte normalerweise ihre Mitmenschen). Vielleicht hat es mal eine Zeit gegeben, in der es noch korrekt gewesen wäre, mich selbst von meinen krankhaften Anteilen zu separieren. Aber mittlerweile sind wir ein und dasselbe. Ich habe so viele Sachen erlebt, von denen ich glaube, sie wären nie passiert, wenn ich der Mensch wäre, der ich sein will. Im Guten, wie im Schlechten.

Help.





No more longing

20 11 2008

Als ich vorgestern in der Uni saß, draußen auf einer Bank, in einer Hand die Kaffetasse und gleichzeitig die Zigarette zwischen den Fingern haltend und die andere Hand in der Tasche um meine Finger vor dem imminenten Gefrierbrand zu schützen, hervorgerufen von dem eisigen Wind, der mir den Rauch in die Augen blies und Poster von Studentenpartys von vor zwei Jahren über den Platz pustete -

Argh! Was für ein Satz…

Ich fang nochmal an:

Als ich vorgestern in der Uni bei eisigem Wind mit einem Kaffe zum Rauchen auf dem Platz saß, sah ich von weitem meinem neusten Schwarm nach, wie sie vorüberging. Da entstand die Frage in meinem Kopf: „Was ist eigentlich die Ursache all deinen Leids, deines Schmerzes, was ist es, das dieses Hamsterrad der Gefühle antreibt?”

Und da fiel es mir auf. Es ist nicht dieses Mädchen, noch ihre Vorgängerin, nicht meine Ex, die mich in dieser Hölle zurücklies, und auch nicht die Welt, die ach so Kalt und einsam ist. Nein.

Es ist die Sehnsucht. The longing.

Longing is a sea without a shore
Not of water, but much more insidious
When you go under, it infuses your lungs
Then it spits you out to carry its suffering
Into the world

Ich verzehre mich nach so vielen Dingen, nach Liebe, nach Tod und Wiedergeburt – wo hat es mich hingeführt? Mein Kopf liegt nicht auf dem Schoß der einen Frau, die mich hier rausholen wird. Nein, es hat mich in die geschlossenen Anstalt gebracht, an Orte, von denen ich mir wünsche ich hätte sie nie gesehen.

Und deshalb gibt es nur eine Sache, die ich ändern muss: Ich muss aufhören mit der Sehnsucht. Ich muss die Killers CD aus der Stereoanlage nehmen und aufhören, mich für Dinge umzubringen, die es vielleicht gar nicht gibt.

Und deshalb wird das ab jetzt mein Mantra:

No more longing. You have everything that you need.

Und es hat schon etwas bewirkt. Ich sitze jetzt nämlich gerade zuhause und bin nicht mit Leuten, die ich nicht wirklich mag einen Trinken gegangen, obwohl ich morgen gar keine Uni hätte, um mich dann morgen wieder selbst zu hassen.

Also rauchen wir eine Zigarette auf die Selbstzufriedenheit!

Wünscht mir Glück.





The father of all bombs

19 11 2008

Angenommen, man steht auf eine Frau. Zuerst denkt man sich sowas wie, wow, die ist wirklich hübsch. Man sieht sie nur kurz jeden Tag, vielleicht in der Uni. Dann redet man mit ihr, steht ein paar mal beim Rauchen nebeneinander und unterhält sich einfach. Bald ist es soweit, dass man glaubt, sie hätte eine spezielle Art einen anzulächeln. Dann sieht man ihr in die Augen und sucht darin nach irgendeinem Hinweis, einem winzigen Funkeln, das sagt „versuch doch mal noch einen Schritt näher zu kommen, wer weiß was passiert?” Kurz darauf wird man im Ton immer koketter, lässt einfach so die ein oder andere Bemerkung fallen, flirtet auf die subtilste mögliche Art, um sich nicht zu weit vorzuwagen. Langsam aber sicher, besteht wohl wirklich kein Zweifel mehr daran, dass sie mitspielt, und dass sie ganz bestimmt keinen Freund hat. Wenig später beginnt man, sich vorzustellen wie es wäre, mit ihr auszugehen, sie vielleicht um ein Date zu bitten. Man denkt daran, wie großartig es werden könnte.

Genau dann, genau in diesem Moment als man noch dieser Vorstellung nachhängt, hört man sie zufällig im Gespräch mit jemand anderem sagen: „Ich hab meinem Freund versprochen…..”

Der Rest wurde von der Implosion meiner Träume übertönt. Eine thermobare Vakuumbombe ist nichts dagegen.

Ich war eine Weile weg, mir gings eine Weile nicht so gut… aber ich hab neue Medikamente! Wie es aussieht habe ich meine Psychiaterin lange genug bequatscht, dass ich wegen der Tagesmüdigkeit, die meine Alten hervorgerufen haben zuweilen kurze Blackouts in Vorlesungen habe, und so darf ich meine Gebete zukünftig an meinen neuen Erlöser, Venlafaxin, auch genannt Trevilor, richten.

Trevilor wird nicht mehr als „First Line Treatment” angesehen, da es bei manchen Leuten ein derart starkes Entzugssyndrom hervorruft, dass sie nie wieder damit aufhören können. Aber worum sollte ich es auch absetzen wollen, ich meine, Persönlichkeitsstörungen sind schließlich chronische Zustände.

Was meine Wohnsituation angeht, ich sitze immer noch hier in dieser WG fest. Glücklicherweise konnte ich meinen Vermieter überzeugen, den Vertrag so zu ändern, dass ich ausziehen darf, wenn ich einen Nachmieter finde. Zu wissen, dass ich ausziehen kann, wenn ich will, bedeutet mir schon sehr viel. Leider habe ich zur Zeit auch immer noch nichts besseres im Auge.

Eigentlich wollte ich mehr schreiben. Ich habe auch vor, wieder mehr zu schreiben, aber bis dahin ist es wenigstens mal ein Lebenszeichen.

Gute Nacht.








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