Loaded on Caffeine

28 09 2008

Ich bin wieder zuhause. Ich meine in meiner Wohnung. Letzte Woche war ich bei meiner Mutter und die Woche davor war ich auf einem Seminar. Aber jetzt bin ich wieder hier und sprühe vor rhetorischen Finessen, die ich euch vor den Latz knallen will. Ich hoffe ihr habt mich noch nicht vergessen. Dear readers, I need you.

Nein wirklich, die letzten Wochen war ich so melancholisch und ausgelaugt, dass mein Kopf jeder niederschrabbaren Wendung beraubt war. Aber seit heute sprühe ich nur so vor Energie. Vielleicht ist heute der Beginn einer besseren Zeit. Hoffen wirs, denn schon morgen beginnt ein Vorbereitungskurs für mein STUDIUM! Oh Gott, in der vierten Klasse musste meine Mutter meine Lehrerin überreden mich aufs Gymnasium zu lassen, und jetzt bin ich Student. Wer hätte das gedacht.

Eigentlich bin ich glücklich. Ich habe eine Wohnung im 15. Stock und grade beobachte ich eine knallrote Sonnenscheibe dabei, wie sie am Horizont versinkt. Yay! Life is good.

Meine hauptsächliche Angst dabei, in diese neue Stadt zu ziehen, war ja, dass mich die Leute hier nicht mögen und ich ganz allein bin. Das hat sich bisher nur teilweise bewahrheitet. Denn wenn ich so überlege, habe ich schon eine ganze Menge Leute kennengelernt; interessante Leute, wie z.B. einen Inder, der gerade seinen Doktortitel in Physik macht. Oder zwei lebenslustige Reinigungskräfte aus dem örtlichen Krankenhaus. Oder einen DJ in einer der angesagteren Discos hier. Obwohl, ich glaube dem bin ich ziemlich auf die Nerven gegangen. Wir hatten einen kleinen Zwist, da er der Meinung war, die Singles von Nirvana wären ihre schlechtesten Songs und ich wollte unbedingt „Rape Me” hören. Aber ich denke, eigentlich mochte er mich.

Dann war da noch das Mädchen aus dem vierten Stock. Bei meinem Einzug traf ich sie mal wortlos im Aufzug. Doch vor kurzem saßen wir zufällig im gleichen Nightliner nach Hause. Sie hat mich auf eingeladen irgendwann mal auf ein Bier vorbeizukommen. Heute klingelte ich bei ihr, doch sie war entweder nicht da, oder sie wollte mich nicht sehen. Either way, ich sage mir immer wieder vor, dass ich liebenswürdig bin, dass sie wahrscheinlich einfach nur nicht da war, obwohl heute Sonntag ist, und dass sie das nächste mal bestimmt aufmachen wird. Es sei denn sie liest das hier, denn dann wirke ich wie ein irrer Stalker auf sie.

Hell, everybody’s giving me their numbers, so they can’t dislike me that much, right?

Last week I saw my ex-girlfriend. That made me realize how glad I am that we broke up. When it happened, I thought the world was going to end, but actually I was lucky she dumped me. She’s still stuck at the exact same point where I walked out months ago. She’s hanging with the exact same old jerks I had grown to despise so much, she’s still not keeping the same old promises, she’s still doing the same old blow in the same old apartment where nothing good ever happened between the two of us.

Apart from a terrible hangover in reminiscence of the bad old days, seeing her has caused me to yield to one important insight: What happened between her and me was not love. I wanted it to be, but it wasn’t. And strange as it may sound, this is a good thing, because it means that love is still out there for me to discover, that I may still hope for it to be the kind of salvation I’m dreaming of.

Neulich lag ich nachts wach, und plötzlich hörte ich ein wahnsinniges kreischen von schlitternden Reifen und dann ein Krachen…. dann war es still. Ich sprang auf, rannte zum Fenster, doch die Straßen waren leer. In der Stadt zu wohnen ist so aufregend. Das nur als kleiner Einschub.

Ok Leute, wünscht mir Glück für morgen. Much love.

Zum Abschluss gibt’s hier noch einen Song, den ich vor kurzem geschrieben habe. Ich arbeite noch dran, aber das ist der erste Entwurf. Ich würde mich freuen, zu hören was ihr davon haltet:

Loaded on Caffeine
Can you see I got the shakes
You’d better back off
Cause I’m loaded with caffeine

I’m as excited as I ever was
Can’t you see I wanna eat you up
Cause I’m loaded with caffeine

The light keeps killing me
Cause I can’t shut my eyes
I think I’m going blind

Smoking prevents alzheimer’s
We’re the wisecracks of tomorrow
So let’s just get loaded
Loaded on caffeine
Hey!
I’m loaded on caffeine

Heeeeeeeeeeeey!? Can you hear me??





Soundtrack to my life

21 08 2008

Call me mawkish to quote lyrics, I don’t care.

I’m told that every man wants to be like Robbie Williams and every woman digs him – why?

Oh it seemed forever stopped today
All the lonely hearts in London
Caught a plane and flew away
And all the best women are married
All the handsome men are gay
You feel deprived

Yeah are you questioning your size?
Is there a tumour in your humour,
Are there bags under your eyes?
Do you leave dents where you sit,
Are you getting on a bit?
Will you survive
You must survive

When there’s no love in town
This new century keeps bringing you down
All the places you have been
Trying to find a love supreme
A love supreme

Oh what are you really looking for?
Another partner in your life to
abuse and to adore?
Is it lovey dovey stuff,
Do you need a bit of rough?
Get on your knees

Yeah turn down the love songs that you hear
‘Cause you can’t avoid the sentiment
That echoes in your ear
Saying love will stop the pain
Saying love will kill the fear
Do you believe
You must believe
When there’s no love in town
This new century keeps bringing you down
All the places you have been
Trying to find a love supreme
A love supreme

I spy with my little eye
Something beginning with (ah)
Got my back up
And now she’s screaming
So I’ve got to turn the track up
Sit back and watch the royalties stack up
I know this girl she likes to switch teams
And I’m a fiend but I’m living for a love supreme

When there’s no love in town
This new century keeps bringing you down
All the places you have been
Trying to find a love supreme
A love supreme

Come and live a love supreme
Don’t let it get you down
Everybody lives for love

Come and live a love supreme
Don’t let it get you down
Everybody lives for love

Everybody lives for love – I hold this to be true. But why then, tell me why in the hell is this world such a bitter and lonely place?





Phantomschmerzen

21 08 2008

Wow, mit meinem Blog geht es ja wirklich bergab.

Letzte Nacht war ich zu einem geselligen kleinen sozialen Happening bei einem Freund zuhause eingeladen. Er ist einer der Freunde, von denen ich nicht einmal eine Telefonnummer habe. Hauptsächlich aber hat mein Kopf die ganze Nacht versucht, mich fertigzumachen. Zuerst war es nur ein diffuses Gefühl, unter den Anderen fremd zu sein. Dann hat es sich in das Verlangen gesteigert, von den Augen einer meiner Bekannten aufgesogen zu werden, damit ich nicht weiterhin in einem Raum voller Menschen in Einsamkeit zu Tode frieren müsste.

Während ich dabei war, mich in den Gyri und Fissurae meines Gehirns zu verirren, saß da wieder dieser geniale Schauspieler und Lügner, denn unter Menschen bin ich nicht viel mehr, als ein Schauspieler, der einem ausgeklügelten Drehbuch folgt, das seit dem Kindergarten zu einem abgegriffenen Sammelsurium der Eitelkeiten angewachsen ist, und zu jedem Impuls eine getestete und als funktionierend befundene Reaktion bereithält. Es ist voller Aufkleber und farbiger Reiter, sodass ich zu jedem gesagten Wort auf einer bestimmten Seite eine schale Retour finde. Und so wird jeder Abend unter Menschen zu einer abgekarteten Farce. Ohne überlegen zu müssen, spule ich mein Programm ab. Dadurch bleibt mir jede Menge Zeit, mich zu fragen, was ich da eigentlich mache, und wie sehr ich mich hassen muss, um mir das immer wieder aufs Neue anzutun.

Aber der wahre Alptraum beginnt erst, wenn das Licht ausgeht.

Als Beweis dafür, dass mein einstudiertes Anbiederungsprogramm noch immer funktioniert, wurde ich gefragt, ob ich nicht über Nacht bleiben wolle.

Vorgang in meiner durchschaubaren Emotionsmaschinerie:

Eingabe: Gelegenheit dem gefürchteten allein-zu-Hause sein zu entgehen.

Ausgabe: Gelegenheit ergreifen, koste es, was es wolle.

Kurze Zeit später liege ich in einem Gästebett. So müde bin ich noch gar nicht, ist ja erst zwei Uhr. Glücklicherweise habe ich meinen hoch verdienten Lebensretter dabei, meinen mp3-Player. Nachdem ich mich ausreichend mit herzzerfetzenden Balladen, mit denen ich mich ja so gut identifizieren kann, eingelullt habe, entschließe ich mich, zu schlafen. Ich bin bei Freunden, liege in einem warmen Bett, alles ist gut. Ich drehe mich einige Male, mache es mir bequem – doch dann fliegen meine Augen auf, und es sind gerade einmal zwei Minuten vergangen. Plötzlich bin ich wieder hellwach. In nystagmischem Stakkato zittern meine Augen durch die Dunkelheit, auf der Suche nach etwas interessantem. Schluss jetzt, denke ich, und versuche sie gewaltsam zu schließen. Da fällt mir auf, dass ich eigentlich gar keinen mp3-Player gebraucht hätte, denn vor dem Hintergrund der kleinstädtischen Stille bemerke ich, dass sich in meinem Kopf eine kaputte Schallplatte zu befinden scheint, die immer und immer wieder die eine oder andere Zeile aus diesem oder jenem Song wiederholt. Zuerst dezent, doch dann schälen sich die rationalitätsfressenden Gedankenmuster deutlich hervor.

Und da beschleicht mich wieder diese Angst vor meiner ganz persönlichen Hölle: Bin ich verrückt? Verliere ich den Verstand? Werde ich bald anfangen, Stimmen zu hören, die über mich lachen und mir befehlen, Leute umzubringen? Werde ich bald auf einer Sackkarre festgeschnürt durch die Gegend gefahren werden, wie Hannibal Lecter? OK, ganz ruhig, erst mal das Licht anmachen, dann ist alles nur noch halb so schlimm. Irrtum, ich zittere. Zählen, die Zigaretten, die ich in dieser Nacht geraucht habe, die Fibonacci-Folge fortführen – es hilft nichts. Mein eigener Kopf hört einfach nicht auf, mich in den Wahnsinn treiben zu wollen. Irgendwann in diesem fiebrigen Kopfkino, das nur Horrorfilme im Angebot hat, habe ich mein Notizbuch aus meinem Rucksack gekramt und angefangen, zu schreiben, irgendetwas, um meine Fantasie zu beschäftigen. Hier ein Auszug (Auf Englisch, in dem Versuch, mich zu etwas mehr Konzentration zu zwingen):

It’s three o’clock in the morning. I’m staying at a friend’s place. I just can’t sleep and I’m scaring myself to death again. I’ve tried listening to music for hours in order to calm myself down – it’s not working. So now I’m trying to write; I just need to do something to keep my mind busy. Tonight I saw the milky way. A billion stars shining for me, shining with me. Yesterday I was all shiny and happy and loaded with energy. Now I feel as if my brain were trying to kill me. And it’s doing a good job. I thought I might just go for a walk. I really need to calm down. On the other hand – my eyes are burning. They’re craving for sleep, plus I’ve got my contacts in. I must be in a nightmare. But it’s going to be ok…

Etc.

Die Bilanz dieser Nacht: Etwa eineinhalb Stunden Schlaf und ich habe mich gegen Sieben, als ich der Meinung war, jetzt würden auch in diesem Kaff endlich die Busse wieder fahren, aus dem Haus meiner Gastgeber geschlichen, ohne mich zu verabschieden.

Warum arbeitet mein Kopf ununterbrochen gegen mich?





Fade Into You

25 04 2008

Hey,

hab lange nicht gepostet, schön dass ihr oder bessergesagt du noch herkommst (du weist wer gemeint ist, die einzige Leserin dieses Blogs).

Nun, ich habs geschafft meine erste schriftliche Prüfung hinter mich zu bringen. War lange nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Die Fragen waren nicht übermäßig kompliziert, die Vorbereitung auch nicht so stressig. Das einzige, was die Sache von einer normalen Schulaufgabe abgehoben hat, waren die pingeligen Bestimmungen: uns wurde eingeschärft, Turnschuhe mitzubringen – da man die Turnhalle, in der die Prüfung stattfand ja nur in Hallenschuhen betreten darf… und das von einem Schuldirektor, der schreit „you’re fucking brilliant,” wenn man im Unterricht etwas richtiges sagt.

Soweit es den Teil meines Lebens angeht, der am Tageslicht stattfindet läuft also alles ganz gut. Etwas anderes sind die Nächte. Es hat schon immer eine eigenartige Beziehung zwischen mir und dem Schlaf bestanden. Ich glaube die erste erwähnenswerte Phase von Insomnie hatte ich zu beginn des Gymnasiums. Und jetzt hab ich wieder eine. Keine sehr schlimme, meine Hände zittern kaum und ich kann auch noch einigermaßen scharf sehen. Aber seit etwa einer Woche habe ich keine Nacht länger als vier oder fünf Stunden geschlafen. Trotzdem ist da kaum ein Gefühl von Müdigkeit. Ich fühle mich abends nicht müde, wenn ich trotzdem versuche zu schlafen, dann liege ich bis ein Uhr wach. Es ist nicht, dass ich besonders besorgt wäre, oder über irgendetwas nachgrüble… meine Augen bleiben einfach nicht zu. Ich liege wach und langweile mich nur. Und wenn ich einschlafe wache ich am nächsten Morgen um fünf auf. Einfach so. Ich hab ja keinen Unterricht mehr, das heißt ich könnte ausschlafen. Aber jetzt habe ich jeden Morgen massig Zeit, meiner kleinen Schwester Frühstück zu machen, wenn sie für die Schule aufsteht.

Andererseits hab ich so auch mehr Zeit um Bücher zu lesen, oder das Frühstücksfernsehen zu verfolgen (man denkt Frühstücksfernsehen ist totaler Schund, aber ich habe daraus in den letzten Tagen etwas über Einstein, Planck und Foucault gelernt… mist, warum bin ich eigentlich je in die Schule gegangen; jeden Morgen fernzusehen hätte gereicht).

Solange die Schlaflosigkeit auf diesem Niveau bleibt und sich nicht auf das Maß verschlimmert, das ich früher schon erlebt habe, als es vorkam, dass ich mich wie in Watte eingewickelt fühlte und ab und zu plötzlich meine Hände eingeschlafen sind… solange das nicht wieder passiert ist die Sache vielleicht gar nicht so schlimm.

Einen Großteil der vielen Stunden, die ich in letzter Zeit wach verbracht habe, verbrachte ich mit einem Song, entweder ich hörte ihn auf meinem mp3 Player oder er wiederholte sich in meinem Kopf; es ist Fade Into You, von Mazzy Star. Ich habe diese wunderbare Band durch „Unschuldig”, diese neue Fernsehserie entdeckt. Ich hab mir die CD gekauft und die ganze Musik ist irgendwie so traumartig und federleicht; die Stimme der Sängerin nimmt einen an der Hand und man schwebt in den Nachthimmel, man ist schwerelos und verliert sich einfach in der unglaublichen Weite der Musik… so etwa fühlt es sich an. Nein, ich bin nicht auf LSD.

Im Internet steht, dass diese Art von Musik einer eigenen Stilrichtung namens „Dream Pop” angehört. Ich brauche unbedingt mehr davon.

Das ist der Text von Fade Into You:

I want to hold a hand inside you
I want to take a breath that’s true
I look to you and I see nothing
I look to you to see the truth
You live your life
You go in shadows
You’ll come apart and you’ll go blind
Some kind of light into your darkness
Colours your eyes with what’s not there.

Fade into you
Strange you never knew
Fade into you
I think it’s strange you never knew

A stranger’s light comes on slowly
A stranger’s heart without a home
You put your hands into your head
And then smiles cover your heart

Fade into you
Strange you never knew
Fade into you
I think it’s strange you never knew

Fade into you
Strange you never knew
Fade into you
I think it’s strange you never knew

I think it’s strange you never knew

Und hier das geniale Video:








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