Change your ways while you’re young

13 08 2009

So, bin wieder zurück. Ich hatte nicht vor, so eine lange Auszeit zu nehmen, aber ich hab einfach kein einziges Wort aufs Papier gekriegt. Ich war physisch so fertig und hab die meiste Zeit nur mit rumliegen verbracht. Die Tagesmüdigkeit wird immer mehr zum Problem. Zur Zeit bin ich dabei meine Medikamentendosis zu reduzieren. Vielleicht hilft das.

Die Klausuren warn ne Katastrophe. Drei von sechs hab ich mitgeschrieben und bin durchgefallen, für den Rest hab ich mich schon in weiser Voraussicht krankschreiben lassen. Das ist das gute daran, wenn man offiziell nicht alle Tassen im Schrank hat: man muss nicht lange um ärztliche Atteste betteln. Und damit ist auch klar wie meine Ferien aussehen – ich werde jeden Tag in der Bibliothek verbringen, in dem verzweifelten Versuch die Versäumnisse eines total ruinierten Semesters auszubügeln.

Trotzdem sollte ich mich vielleicht mit dem Gedanken vertraut machen, dass dieses studentische Intermezzo bald ein Ende finden wird. Für die Klausuren, für die ich krank geschrieben war, habe ich zwar noch zwei Versuche, aber wenn ich eine der nicht bestandenen noch mal verhaue, bin ich raus. Wenigstens kann ich dann endlich aus dieser scheiß Stadt verschwinden.

Andrerseits ist die Uni eigentlich alles, was ich habe. Ich meine, ich studiere ein Fach, das ich liebe… wie konnte ich das letzte halbe Jahr nur derart in den Sand setzen? Das werd ich mir nie verzeihen. 

Ich fühle mich so alt und abgenutzt. Es kommt mir vor, als hätte ich eine Hälfte meines Lebens in Bars, Discos und auf Partys verbracht. Und vielleicht hatte ich die letzten Jahre einfach schon mehr Spaß, als mir zusteht. Denn mittlerweile kann ich nicht mal mehr das; dieses einfach raus gehen, Leute treffen, sich kokett und charmant geben… diese Spielchen mitspielen – das fühlt sich alles so leer an. Ich hab das so lange gemacht und gedacht, ja, das ist das Leben. Aber in Wahrheit bedeutet es gar nichts. Was ist mir aus dieser Zeit schon geblieben? Ein Loch im Portmonee, ein abgebrochener Zahn, ein Adressbuch voller Nummern von Leuten, die ich überhaupt nicht kenne und eigentlich auch nie wieder sehen will… einfach nicht viel mehr, als ein riesiger Haufen schlechter Erinnerungen. Dieser Teil meines Lebens ist definitiv vorbei. Ich kann das nicht mehr.

Und wenn der fleißige Teil, der Intelektuelle, mit dem ich meine Eskapaden moralisch ausgeglichen hab, auch noch wegfällt… was bleibt mir dann noch?

Ich will das alles Ändern. Ich will jedes einzelne Detail an der Art, wie die Dinge laufen, ändern. Ich will alles besser machen. Ich will endlich mal was gut machen. Aber vielleicht hatte ich meine Chance schon? Ich hab wirklich Angst vor dem, was kommt. Diesmal komm ich da nicht wieder irgendwie raus. Ich hab den Bogen überspannt. Die Zukunft macht mir verdammt Angst.   





No more longing

20 11 2008

Als ich vorgestern in der Uni saß, draußen auf einer Bank, in einer Hand die Kaffetasse und gleichzeitig die Zigarette zwischen den Fingern haltend und die andere Hand in der Tasche um meine Finger vor dem imminenten Gefrierbrand zu schützen, hervorgerufen von dem eisigen Wind, der mir den Rauch in die Augen blies und Poster von Studentenpartys von vor zwei Jahren über den Platz pustete -

Argh! Was für ein Satz…

Ich fang nochmal an:

Als ich vorgestern in der Uni bei eisigem Wind mit einem Kaffe zum Rauchen auf dem Platz saß, sah ich von weitem meinem neusten Schwarm nach, wie sie vorüberging. Da entstand die Frage in meinem Kopf: „Was ist eigentlich die Ursache all deinen Leids, deines Schmerzes, was ist es, das dieses Hamsterrad der Gefühle antreibt?”

Und da fiel es mir auf. Es ist nicht dieses Mädchen, noch ihre Vorgängerin, nicht meine Ex, die mich in dieser Hölle zurücklies, und auch nicht die Welt, die ach so Kalt und einsam ist. Nein.

Es ist die Sehnsucht. The longing.

Longing is a sea without a shore
Not of water, but much more insidious
When you go under, it infuses your lungs
Then it spits you out to carry its suffering
Into the world

Ich verzehre mich nach so vielen Dingen, nach Liebe, nach Tod und Wiedergeburt – wo hat es mich hingeführt? Mein Kopf liegt nicht auf dem Schoß der einen Frau, die mich hier rausholen wird. Nein, es hat mich in die geschlossenen Anstalt gebracht, an Orte, von denen ich mir wünsche ich hätte sie nie gesehen.

Und deshalb gibt es nur eine Sache, die ich ändern muss: Ich muss aufhören mit der Sehnsucht. Ich muss die Killers CD aus der Stereoanlage nehmen und aufhören, mich für Dinge umzubringen, die es vielleicht gar nicht gibt.

Und deshalb wird das ab jetzt mein Mantra:

No more longing. You have everything that you need.

Und es hat schon etwas bewirkt. Ich sitze jetzt nämlich gerade zuhause und bin nicht mit Leuten, die ich nicht wirklich mag einen Trinken gegangen, obwohl ich morgen gar keine Uni hätte, um mich dann morgen wieder selbst zu hassen.

Also rauchen wir eine Zigarette auf die Selbstzufriedenheit!

Wünscht mir Glück.





Four things about me

5 09 2008

I love the English language. It often feels more intimate and familiar than German. I wasn’t raised bilingually, but my mother’s best friend is from America, and she used to hang around at our place pretty much all the time when I was a kid. I tried to pick up as much as I could from their conversations at the kitchen table.

My favorite book is “The Bell Jar” by Sylvia Plath. Back in those days when mental illness ravaged unfettered in my head, there were times when I couldn’t direct my attention to anything I was reading. But I found that things pertaining to mental illness would still stick in my mind. And so The Bell Jar was a real revelation. It became something like a bible for me.

I hate being alone, but I guess you know that. I used to roam the city during nights of insomnia, because I couldn’t stand the loneliness of my room. One night, when all the places I usually frequented were closed and it was way too late to call anybody, I wound up at a gay bar. A man tried to hook up with me, and I played along for a while. Later he suggested going back to his place, but I ran away while he was in the restroom. That made me feel very bad.

My biological father was addicted to amphetamine in the time I was born. He also worked as a dealer. He had absolutely no school qualifications. My mother taught him to read and write. I have no memory of him, and I think I’ll never try to find him. Having a father is totally overrated.





… no place to rent in this town.

9 07 2008

Wohnungssuche kann wirklich frustrieren sein. Bisher habe ich 3 Wohnungen besichtigt und jede hatte einen mehr oder weniger offensichtlichen Haken. Der Höhepunkt war eigentlich heute. Um Punkt 19.30 Uhr stand ich vor der Tür dieser Wg. Dem ersten Eindruck nach zu urteilen schienen die Leute ganz Nett zu sein, auch wenn die Umgebung der Wohnung eher im Negativspektrum der Attraktivitätsskala lag. Die Autobahn lag deutlich in Hörweite.

Eine Französin, die nur gebrochen Deutsch sprach, zeigte mir das Zimmer. Es war groß, zur Straße hin. Eigentlich war die ganze Wohnung schrecklich. Alles sah aus als wäre es mit alten Zeitungen tapeziert worden: Grau in Grau von Decke bis zum Boden. Aber der Knüller bestand jedoch darin, dass mir schließlich, nachdem ich alles besichtigt hatte, mitgeteilt wurde, dass man am Tag vorher entschieden hätte, dass man auf der Suche nach einem ausschließlich weiblichen Mitbewohner sei.

Da wurde mir klar, warum die anderen Bewohner mich kaum beachteten und stattdessen am Tisch sitzen blieben und sich eifrig mit einer Frau unterhielten, die ebenso zur Besichtigung gekommen war.

Beim Rausgehen sagte noch jemand “Viel Glück beim nächsten Mal”. Danke. Es ist ja nicht so, dass diese Universitätsstatt weit weg ist. Nur eine Stunde Fahrt, da kann man schonmal vergessen, einem offenbar männlichen Interessenten schon am Telefon zu sagen, dass nur Frauen gesucht werden. Aber was solls. Wer will schon in so ein Loch ziehen. Andererseits sind alle Besichtigungen bisher nicht so gut gelaufen und ich habe immer Angst, dass ich vor Semesterbeginn nichts mehr finde. Ich will einfach möglichst bald hier weg.





Randomness

7 07 2008

Ich denke es ist nicht besonders sinnvoll über meinen derzeitigen Geisteszustand zu reden (falls es das je war). Deshalb hab ich entschieden einfach ein Update über meine derzeitige Lage zu geben.

Nun, ich hab Arbeit! Nachdem ich mich seit meinem Abi für allerhand Posten beworben habe – vom Kassierer bei Norma über Aushilfe bei Breuninger bis hin zum Roomboy in einem Hotel (kein Bordell; auch wenn es dafür im richtigen Viertel gelegen war) – und wurde abgelehnt. Keine Ahnung warum; es hieß immer man könnte derzeit keine geeignete Verwendung für mich finden. Naja, was solls.

Meine Mutter hat es nämlich geschafft, die Leute von dem Verlag für den sie arbeitet dazu zu kriegen mir die Übersetzung eines kompletten Buches anzuvertrauen. Ok, es ist nicht so wahnsinnig dick und es ist für Kinder im Alter von 6-10 Jahren gedacht (deswegen schaffe ich es vielleicht auch das Niveau zu halten), aber immerhin übersetzte ich ein Buch vom Englischen ins Deutsche – und das für richtiges Geld.

Ihr denkt euch jetzt vielleicht “Watt? Du kannst doch nichtmal die Kommaregeln einhalten.” Aber keine Angst, meine Mutter korrigiert es vor der Abgabe.

Eine andere Angelegenheit ist mein Auszug von zuhause, der hoffentlich bald stattfindet. Ich hab mich für das Wintersemester an der Uni eingeschrieben und bin nun auf der Suche nach einem WG-Zimmer in der Stadt, in der die Uni ist. Eigentlich ist die gar nicht so weit weg, ich könnte also auch pendeln. Aber das Kaff in dem ich jetzt wohne liegt leider ganz in der Nähe vom Ende der Welt und ich will hier eigentlich schon weg, seit mir gesagt wurde, dass wir bald hierherziehen. Ich bin einfach ein Stadtmensch. Ich ertrage es nicht, aus dem Fenster zu blicken und nur Menschenleere Straßen zu sehen deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass ab und zu mal ein Hund an die Laterne pinkelt.

Finanziell sieht es zwar nicht grade überragend aus, aber morgen hab ich einen Besichtigungstermin… ich will einfach noch ein bisschen Träumen, dass es klappen könnte. Andererseits, wenn ich mit dem Buch fertig bin, kann ich mir von der Bezahlung vielleicht schon die erste Monatsmiete leisten. Also sehen wir einfach mal wie es weitergeht.

Was zur Zeit alles etwas schwierig macht ist die wahnsinnige Tagesmüdigkeit, die ich erlebe. Vor kurzem wurde etwas an der Dosierung meiner Medis geändert und ich schiebe es darauf. Schon seltsam… meine innere Uhr lässt mich abends schlecht einschlafen, weckt mich jeden Morgen um halb sechs, aber Tagsüber hört sie nicht auf, mir zu sagen, dass ich mich hinlegen soll. Ich glaube sie braucht ne neue Batterie.








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